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LiteLLM-Angriff: Mehr als 2500 Unternehmen betroffen
IT-Forscher haben Zugriff auf die abgeflossenen Daten von tausenden Firmen beim LiteLLM-Supply-Chain-Angriff aus dem März erhalten.
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Bei einem Lieferkettenangriff auf die populäre LiteLLM-Bibliothek im März dieses Jahres haben Angreifer im Python Packages Index (PyPI) kompromittierte Pakete eingeschleust. Diese wurden offenbar von automatisierten Build-Systemen zigtausendfach heruntergeladen und verwendet, bei mehr als 2500 auch namhaften Unternehmen – obwohl die kompromittierten Pakete lediglich 40 Minuten online waren.
Die Angreifer haben potenziell rund 434.000 automatisierte Entwickler-Build-Pipelines unterwandert, die bei mehr als 2500 Firmen zum Einsatz kommen, führen die IT-Sicherheitsforscher von CloudSEK in einem Blogbeitrag aus. Die Daten deuten darauf hin, dass Angreifer darauf hätten zugreifen können, belegen jedoch nicht, dass sie das auch getan haben und dass alle Zugangsdaten entwendet wurden. Laut den Analysten ist die Bedrohung noch immer aktuell, da auch das FBI im Juli davor gewarnt hat, dass mit der Cybergang TeamPCP verbundene Akteure die gestohlenen Zugangsdaten wahrscheinlich noch lange nach dem eigentlichen Angriff missbrauchen. Daher sollten potenziell Betroffene Sicherheitsmaßnahmen wie Ändern der Zugangsdaten, Schließen der möglichen Schwachstelle und Härtung der Systeme ergreifen, empfehlen die IT-Forscher.
Die Auflistung betroffener Unternehmen führt einige große und namhafte Firmen auf. Airbus, Amazon Web Services, Cisco, Hoffmann-La Roche AG, Salesforce, Samsung, ServiceNow, Siemens, aber auch Epic Games, FedEx, der Rückversicherungsriese Munich Re, die Robert Bosch GmbH, Thales Group, Volkswagen AG oder X Corp tauchen dort auf. Von denen und vielen weiteren haben die Angreifer teils Geheimnisse wie Zugangsdaten ergattert, in allen Fällen liefen jedoch in den automatisierten KI-Build-Systemen die kompromittierten Versionen – zum Teil tausende Male.
Zu den geklauten Daten zählen laut CloudSEK Cloud-Keys, Repository-Token, SSH-Keys, Kubernetes-Secrets, Zugangsdaten für Paket-Publishing, Umgebungsvariablen und KI-Anbieter-Keys. Das Entfernen der bösartigen Pakete allein reicht daher nicht, da derartige Zugangsdaten noch Wochen oder Monate nutzbar bleiben, sofern sie nicht geändert und Hinweise auf unbefugte Aktivitäten untersucht werden.
Die Infostealer-Malware, die Google „Sandclock“ nennt, lief auf kompromittierten Build-Systemen, weitete ihre Rechte zu root aus und suchte dann nach den Daten. Insbesondere auf KI-Build-Systemen sucht sie nach LLM-API-Keys und Gateway-Konfigurationen. Die Daten haben die Angreifer mit AES-256 und einem fest einprogrammierten RSA-4096-Key verschlüsselt und an Server gesendet, die eine Typosquatting-Domain nutzten. Wenn das Ausschleusen fehlschlägt, legt die Malware ein öffentliches Repository innerhalb des GitHub-Kontos der Opfer an und verfrachtet die Daten dorthin.
CloudSEK gibt in der Analyse noch weitere Tipps und Hinweise für Admins, wie sie eine Kompromittierung aufspüren, eindämmen und wie sie sich vor den Attacken schützen können.
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