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Raketenstartbasis: Deutschland sucht seinen Weg ins All
Könnten bald Raketen von Deutschland aus starten? Die Bundesregierung prüft den Aufbau einer eigenen Startbasis für Trägerraketen der Bundeswehr, um militärische Satelliten unabhängig ins All zu befördern.
Im Frühjahr stehen Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius und Bundeskanzler Friedrich Merz in Nordnorwegen auf einem Raketenstartplatz. Von der Halbinsel Andøya aus plant der deutsche Raketenbauer Isar Aerospace die Starts seiner Trägerrakete "Spectrum".
Pistorius besichtigt den Weltraumbahnhof und dürfte dabei auch über einen eigenen Startplatz für die Bundeswehr nachdenken. Denn ohne Satelliten im Weltraum keine gesicherte Kommunikation für die Streitkräfte.
Nur eine Handvoll Satelliten hat die Bundeswehr derzeit im erdnahen Orbit, die Rede ist von weniger als zwanzig. Das soll sich dramatisch ändern, in den nächsten Jahren sollen bis zu 1.200 neue Bundeswehr-Satelliten in die Erdumlaufbahn gebracht werden. Auch dafür pumpt Pistorius 35 Milliarden Euro in die Raumfahrt. Der Schritt ist notwendig, um Deutschland aus Abhängigkeiten zu befreien. Zum einen soll es technologisch souveräner werden, zum anderen ist aber auch der Transport der Satelliten ins All derzeit ein heißes Pflaster.
Exklusiv
08.07.2026
Vier Satelliten will die Bundeswehr bereits 2027 ins All bringen - auch, um damit andere stören zu können.
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Die meisten Bundeswehr-Satelliten hat SpaceX, die Firma von Elon Musik, in den Orbit gebracht. Dort ist die Bundeswehr aber nur einer von vielen Kunden. Egal wie wichtig so ein Satellit für die nationale Sicherheit sein könnte, er versandet in der Warteschlange - von Sicherheitsbedenken gegenüber SpaceX ganz zu schweigen.
Auch vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana kommen Bundeswehr-Satelliten ins All. Französisch-Guyana ist eins der französischen Überseedepartments und gehört deswegen trotz seiner geographischen Lage zur EU. Aber der Transport per Schiff bis nach Südamerika dauert. Wenn es mal schnell gehen muss, ist auch Kourou keine ideale Lösung.
Der Traum der Bundeswehr würde also so aussehen: Deutschland baut seine eigenen Satelliten und Transportraketen und schickt sie von einem eigenen Startplatz aus nach oben. Volle Souveränität für jeden einzelnen Schritt. Nur wo könnte so ein Startplatz entstehen in diesem dicht besiedelten Land? Wenn bei einem Start etwas schiefgeht, würde eine abstürzende Rakete fast zwangsläufig bewohntes Gebiet treffen.
Walther Pelzer ist der Generaldirektor der Deutschen Raumfahrtagentur, die das Thema bereits bearbeitet. Neben Andøya liegen in Europa auch Startplätze in Schottland und Schweden. Allerdings versucht die Europäische Kommission, alle institutionellen Starts grundsätzlich aus Mitgliedstaaten zu organisieren. Bevorzugt werden deswegen Französisch-Guyana und Schweden, Norwegen und Schottland gehören nicht zur EU.