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Social-Media-Verbot: Meta sperrt in Australien 750.000 Konten von unter 16-Jährigen
Meta will in Australien im Zuge des im Dezember 2025 in Kraft getretenen Social-Media-Verbots bereits mehr als 750.000 Konten von vermutet unter 16-Jährigen gesperrt haben. Dabei setzt der Konzern zunehmend auf KI-gestützte Alterserkennung, fordert aber zugleich eine einheitliche Altersprüfung auf Systemebene.
Zum Stichtag 30. Juni 2026 hatte Meta nach eigenen Angaben den Zugang zu mehr als 750.000 Facebook- und Instagram-Konten in Australien entfernt, bei denen das Unternehmen davon ausgeht, dass sie Personen unter 16 Jahren gehören. Mehr als 500.000 dieser Konten sollen allerdings bereits vor dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes gesperrt worden sein, worüber der Konzern bereits im Januar berichtete. Seitdem seien weitere Konten hinzugekommen.
Bei der Erkennung von Konten, die von unter 16-Jährigen geführt werden, verlässt sich das Unternehmen eigenen Angaben zufolge allerdings nicht auf eine einzelne Prüfung, sondern kombiniert mehrere Verfahren. Eine wichtige Rolle spielt dabei Künstliche Intelligenz, mit der Meta Profile einschließlich Beiträge, Kommentare, Biografien und Bildunterschriften auf Hinweise daraufhin analysiert, ob ein Konto einer Person unter 16 Jahren gehören könnte. Als Beispiele nennt das Unternehmen Geburtstagsfeiern oder Angaben zu Schuljahrgangsstufen. Dies bedeutet allerdings auch, dass Nutzer, die nur anderen Accounts folgen und selber keine Inhalte posten, schwerer zu erkennen sind.
Nicht nur aus diesem Grund dürfte Meta eigenen Angaben nach die Meldewege für Eltern und andere Personen vereinfacht haben. Diese können verdächtige Konten Minderjähriger sowohl innerhalb der App als auch über die Hilfebereiche von Facebook und Instagram melden, wobei die Meldungen ebenfalls per KI ausgewertet werden. Meta zufolge soll die Kombination eine höhere Genauigkeit und schnellere Entscheidungen ermöglichen als eine ausschließlich menschliche Prüfung.
Ebenso soll der Konzern seine Systeme gegen erneute Registrierungen verschärft haben. Damit soll verhindert werden, dass eine Person nach der Entfernung ihres bisherigen Kontos einfach ein neues Konto eröffnet. Im australischen Apple App Store hat Meta zudem die Altersfreigabe seiner Apps auf 16+ angehoben.
Daneben will Meta die Nutzer auch auf anderen Wegen erreichen. So hat der Konzern zwischen Juni und Juli eine Informationskampagne auf Facebook und Instagram in Australien durchgeführt, mit der die Plattform eigenen Angaben zufolge rund 1,3 Millionen Personen erreicht haben soll. Dabei wurde nicht nur darüber informiert, wie Meta Konten minderjähriger Nutzer erkennt und sperrt, sondern auch darüber, was mit den dort gespeicherten Daten passiert. Die Einbindung der Eltern stellt Meta bei der Veröffentlichung der Zahlen als wichtigen Bestandteil der Umsetzung der Vorgaben dar. Das Unternehmen erklärt, das Ziel der australischen Regierung weiterhin zu unterstützen, jungen Menschen sichere und altersgerechte Online-Angebote bereitzustellen und die gesetzlichen Verpflichtungen zu erfüllen.
Darüber hinaus will Meta in weitere Verfahren investieren, mit denen sich das Alter zuverlässiger feststellen lässt, ohne den Datenschutz unnötig zu beeinträchtigen. Gleichzeitig kritisiert der Konzern die uneinheitliche Umsetzung der Altersbeschränkungen durch verschiedene Plattformen. Als Alternative schlägt Meta eine verlässliche Kontrolle auf Betriebssystemebene oder durch den App-Store vor. Dabei könnte das Alter eines Jugendlichen einmal bei der Einrichtung eines Geräts oder beim Herunterladen einer App überprüft und anschließend an Apps weitergegeben werden. Dadurch müssten Altersprüfungen nicht bei allen Plattformen immer wieder durchgeführt werden.
Die genannten Zahlen lassen allerdings ebenso Fragen offen. Nicht genannt wird beispielsweise, wie hoch die Fehlerquote bei gesperrten Konten ausfiel und ob diese bereits aus den Zahlen herausgerechnet wurde. Ebenso gibt Meta keine Auskunft darüber, ob es sich bei den gesperrten und gelöschten Konten um verschiedene Person