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Bug in iCloud Private Relay: Sammelklage gegen Apple wegen „Betrug“
Apple bekommt es mit einer neuerlichen Klage von Usern zu tun. Diesmal geht es um einen Fehler bei Private Relay. Es ist nicht der einzige iCloud+-Rechtsstreit.
iCloud+ ist Apples Cloud-Angebot mit Zusatzfeatures.
Apple ist wegen seines Dienstepakets iCloud+ gleich zweimal in den USA verklagt worden. Die Kläger würden aus den Rechtsstreitigkeiten gerne Sammelklagen machen. Sie betreffen zwei Funktionen innerhalb von iCloud+, die mit Datenschutz zu tun haben: iCloud Private Relay, ein Dienst, der die IP-Adresse des Nutzers versteckt, sowie Hide My E-Mail, mit dem User ihre E-Mail-Anschrift verbergen können. In beiden Services hatte es über einen längeren Zeitraum Sicherheitslücken gegeben, teils bestehen diese noch heute.
Bei der Klage wegen Problemen in iCloud Private Relay geht es um die Tatsache, dass sich unter Umständen sowohl DNS-Server als auch Original-IP-Adressen im Browser Safari feststellen lassen – trotz aktivem Schutz. Grund sind die Implementierungen von WebTransport / HTTP/3, DNS-Prefetching sowie WebAuthn. Betroffen sind davon alle Apple-Plattformen, also iPhone, iPad und macOS. Entdeckt wurde der Fehler vom Team um den Sicherheitsforscher Tommy Mysk. Ob Apple sich um die Probleme kümmert oder sie als „erwartetes Verhalten“ einordnet, ist noch unklar.
Die Klage stammt von der Clarkson Law Firm in Kalifornien, der es bereits gelungen war, erfolgreich gegen die Siri-Verschiebungen vorzugehen – Apple musste 250 Millionen US-Dollar auszahlen. Laut der neuen Klage habe Apple betrügerisch agiert und irreführende Werbung für den Dienst geschaltet. Die Anwälte, die betroffene Nutzer vertreten, behaupten, Apple habe von den Problemen gewusst und die iCloud+-Abos dennoch weiterverkauft. „[Apple] betrügt Kundenvertrauen und das Gesetz“, so die Anwälte.
Die zweite iCloud+-Klage betrifft die Hide-my-Email-Funktion, bei der über einen längeren Zeitraum mit einem einfachen Trick die Originalanschrift des Nutzers ermittelt werden konnte. Die Kläger, Apple-Nutzer, möchten Schadenersatz und klagen ebenfalls auf Betrug und irreführende Werbung; zudem Vertragsbruch, weil Apple nicht das liefere, was es angegeben habe.
Hide my Email alias „E-Mail-Adresse verbergen“ ist ein Weiterleitungsdienst. User geben eine von Apple generierte Adresse gegenüber Diensten an, um ihre echte Anschrift nicht nennen zu müssen. Das Problem: Schickte man Spam und andere Bounce-würdige E-Mails an die Adresse, verrieten Apples Server selbst, wie die Originaladresse lautete, an die die Weiterleitung erfolgt. Apple brauchte laut der Entdecker des Problems zwei Anläufe, um dies zu fixen. Damit sind frühere Leaks zudem nicht geheilt, es hilft eigentlich nur, vollständig neue Weiterleitungsadressen aufzusetzen.
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