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Genesis greift mit dem GV60 Magma Porsche Taycan und Ioniq 5 N an
Mit dem GV60 Magma bringt Genesis sein erstes Hochleistungsmodell in Serie. Der Elektro-Crossover leistet bis zu 478 kW und lädt in 18 Minuten auf 80 Prozent.
Hyundais Luxusmarke Genesis hat mit dem GV60 Magma sein erstes Hochleistungsmodell vorgestellt. Der batterieelektrische Crossover auf Basis des GV60 ist jetzt in Deutschland zu Preisen ab 85.990 Euro bestellbar und markiert den Auftakt einer neuen strategischen Ausrichtung, die Genesis als „Luxury High Performance“-Marke positionieren soll.
Der GV60 Magma basiert auf der 800-Volt-fähigen E-GMP-Plattform des Hyundai-Konzerns. Zwei permanenterregte Synchronmaschinen treiben alle vier Räder an und leisten im Normalbetrieb 448 Kilowatt und bieten eine Kraft von 740 Nm. Im Boost-Modus, der für jeweils 15 Sekunden abrufbar ist, steigt die Leistung auf 478 Kilowatt und 790 Nm. Mit Launch Control beschleunigt der 2270 Kilogramm schwere Crossover laut Genesis in 3,4 Sekunden auf 100 km/h und erreicht 200 km/h in 10,9 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 264 km/h. Jeweils bis zu 65 Prozent des verfügbaren Antriebsmoments kann (pro)aktiv zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt werden. Durch dieses sogenannte Torque-Vectoring können Unter- und Übersteuern verringert und das Einlenkverhalten verbessert werden.
Die 84-kWh-Batterie ermöglicht bei einem Verbrauch von 21,5 kWh pro 100 Kilometer eine kombinierte Reichweite von 425 Kilometern nach WLTP. Mit der 800-Volt-Architektur soll der GV60 Magma an einem 350-Kilowatt-Schnelllader im Bestfall von 10 auf 80 Prozent in rund 18 Minuten laden. Das System ist zudem mit 400-Volt-Ladesäulen kompatibel. Am serienmäßigen AC-Lader mit 11 Kilowatt dauert eine Vollladung etwa 7 Stunden und 20 Minuten.
Gegenüber dem regulären GV60 (Test) hat Genesis beim Magma an zahlreichen Stellen nachgeschärft. Die Karosserie liegt 20 Millimeter tiefer, die Fahrwerksgeometrie wurde mit überarbeitetem Rollzentrum und elektronisch geregelten Adaptivdämpfern (ECS) neu kalibriert. Vorne arbeiten Monoblock-Bremssättel, hinten Hochreibwert-Beläge. Die exklusiven 21-Zoll-Schmiederäder tragen 275 Millimeter breite Pirelli-P-Zero-Reifen und sollen helfen, die ungefederten Massen zu reduzieren.
Besondere Aufmerksamkeit hat Genesis der Inszenierung des Fahrerlebnisses gewidmet. Das System „e-ASD+“ (Active Sound Design+) simuliert den Klang eines hochdrehenden Verbrennungsmotors, während „Virtual Gear Shift“ (VGS) ein virtuelles 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe mit spürbaren Schaltvorgängen nachbildet. Ob solche Features die traditionelle Performance-Klientel, die bislang zu BMW M oder Mercedes-AMG greift, von einem Elektroauto überzeugen können, bleibt abzuwarten. Genesis zielt mit dem Magma-Programm jedenfalls explizit auf diese Zielgruppe. Hyundai-Konzern-Entwicklungschef Manfred Harrer räumte ein, dass Performance bisher eine Lücke im Markenimage gewesen sei.
Im Magma-Modus wechselt das 27-Zoll-Panoramadisplay auf eine exklusive Dreikreis-Darstellung mit G-Kräften, Motor- und Batterietemperaturen. Eine orangefarbene Magma-Taste am Lenkrad schaltet zwischen Sprint-, GT-, Drift- und individuell konfigurierbarem MY-Modus um. Sogar einen eigenen Innenraumduft, „Magma Fragrance“, hat Genesis entwickeln lassen. Eine Bang-&-Olufsen-Anlage mit 17 Lautsprechern und aktiver Geräuschunterdrückung (ANC-R) gehört zur Serienausstattung.
Preislich positioniert sich der GV60 Magma zwischen den beiden konzerneigenen Modellen Hyundai Ioniq 5 N und Kia EV6 (Test) sowie dem Konkurrenten Porsche Taycan. Für den deutschen Markt, auf dem Genesis nach wie vor eine Nischenmarke ist, bietet der Hersteller auch Business-Leasing ab 839 Euro netto im Monat an. Das Hochleistungs-Batteriemanagement HPBC, das die Akkutemperatur für Rennstreckeneinsätze und wiederholte Sprintfahrten optimiert, soll den Magma auch für ambitionierte Trackday-Fahrer interessant machen. Wie er sich im Vergleich mit den zuvor genannten und anderen Elektroautos schlägt, wird sich in einem späteren Praxistest