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Waldbrand in der Eifel: "Ein doppelter Weckruf"
Seit Wochen gibt es kaum Regen, dazu extreme Temperaturen und jetzt einen Waldbrand in der Eifel. Feuerökologe Alexander Held sieht darin einen "doppelten Weckruf". Wie gut ist Deutschland auf solche Gefahren vorbereitet?
Ein sich rasend schnell ausbreitender Waldbrand hat in Nordrhein-Westfalen annähernd 2.000 Menschen in die Flucht getrieben und einen Großeinsatz mit Löschhubschraubern und Hunderten Helfern ausgelöst. Im Interview mit tagesschau24 schätzt der Forstwissenschaftler und Waldbrandexperte Alexander Held die aktuelle Gefahrenlage ein.
tagesschau24: War mit einem Brand, wie wir ihn jetzt in Hürtgenwald erleben, aus ihrer Sicht zu rechnen?
Alexander Held: Mit so einem Brand war tatsächlich zu rechnen. Wir haben uns schon 2003 mit den trockenen Sommern "herangetastet" an diese Situation, wo sehr viel Biomasse, die früher nicht brennbar war, brennbar wird.
Dass es jetzt ausgerechnet in der Eifel - wo wir eigentlich Witze machen, dass es dort ein Dreivierteljahr kalt ist und Winter - in dem Ausmaß auftritt, ist ein doppelter Weckruf und tatsächlich sehr bedenklich.
Hürtgenwald liegt im Westen Nordrhein-Westfalens nahe der belgischen Grenze und hat insgesamt knapp 9.000 Einwohner.
tagesschau24: Worauf kommt es jetzt an, nachdem solche Brände ausgebrochen sind?
Held: Es geht im Moment gar nicht so sehr ums Löschen. Es geht darum, die Ausbreitung einzudämmen und anzuhalten. Erst im zweiten Schritt kommt es darauf an, die Fläche kontrolliert, innen abbrennen zu lassen, um dann von außen her nachzulöschen und die Fläche abzulöschen.
Es geht jetzt darum, Punkte in der Landschaft zu definieren - Straßen, Schneisen, Feldwege, landwirtschaftliche Flächen - wo man sagen kann, hier haben wir taktische Möglichkeiten, das Feuer aufzuhalten. Und auch die nötige Zeit, um Maßnahmen ergreifen zu können, um sie an diesen vordefinierten Linien, die Flanken und die Feuerfront tatsächlich aufzuhalten.
Seit Donnerstag hat sich der Waldbrand in Nordrhein-Westfalen auf etwa 300 Hektar ausgebreitet.
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