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Warum jetzt auch Bäckerei-Ketten von Finanzinvestoren übernommen werden
Nach Arztpraxen und Kliniken gerät eine neue Branche in den Fokus von Finanzinvestoren: das Handwerk. Gerade ist eine familiengeführte Bäckereikette aus Frankfurt von einer Private-Equity-Firma übernommen worden.
Der Bäcker Eifler ist in Frankfurt unübersehbar. Rote Schrift auf gelbem Grund, der Eifler ist einer der bekanntesten Brötchenmacher der Stadt mit 95 Filialen in Frankfurt und Umgebung. Ein Familienbetrieb in vierter Generation - der kürzlich von FSN Capital aufgekauft wurde, einem norwegischen Finanzinvestor.
Das sei an sich nichts Ungewöhnliches, sagt der Wirtschaftsprofessor Oliver Gottschalg, Experte für Private-Equity-Investitionen. "Finanzinvestoren sind in der Regel darauf erpicht, Unternehmen zu kaufen, bei denen es Wertsteigerungspotential gibt."
Die Hoffnung auf Wertsteigerung könne mit einem attraktiven Einstiegspreis begründet sein oder mit Effizienzen, die gehoben werden können, so der Experte. "Da geht’s jetzt gar nicht mal so sehr um Brötchen."
Die Menschen in Deutschland kaufen Brot und Brötchen immer häufiger im Supermarkt statt in Bäckereien.
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In den vergangenen zehn Jahren hat die Zahl von Private-Equity-Gesellschaften in Deutschland deutlich zugenommen, wie Zahlen des Bundesverbands Beteiligungskapital (BVK) belegen. 2016 waren es in Deutschland knapp 350 Gesellschaften unterschiedlichster Ausprägung und Herkunft. Aktuell seien es mehr als 550 Beteiligungsgesellschaften.
"Betrachtet man nur den Bereich der auf Mehrheitsübernahmen fokussierten Buyout-Gesellschaften, waren es 2016 rund 130, und heute sind es fast 200 Gesellschaften", teilt der BVK auf Anfrage von tagesschau.de mit.
Auch Daten der Beratungsgesellschaft PwC zeigen eine deutlich gestiegene Deutschland-Präsenz von aktiven Beteiligungsgesellschaften.
Beteiligungsgesellschaften oder Private-Equity-Firmen sind in der Regel Unternehmen, die Geld von wohlhabenden, privaten Anlegern oder Stiftungen einsammeln. Das bündeln sie in Fonds, um es in Firmen zu investieren beziehungsweise Anteile von Firmen oder ganze Firmen zu kaufen. Ziel ist es häufig, diese auf Rendite zu trimmen und anschließend gewinnträchtig weiterzuverkaufen.
Für die aufgekauften Unternehmen und deren Beschäftigte gehe die Investition mit großen Umwälzungen einher, sagt Private-Equity-Experte Gottschalg. "Ich vergleiche die Private Equity-Investition immer mit einem Fitness-Camp. Das ist kein Spa oder Erholungs-Urlaub. Die Investitionen zielen ja darauf ab, Unternehmen zu transformieren, sie fitter zu machen."