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GNOME-Design im Wandel
Das GNOME-Designteam hat einen Einblick in mögliche künftige Veränderungen an der GNOME Shell gegeben. Unter dem Titel »GNOME Shell Design Dreams« stellt Tobias Bernard eine Reihe von Konzepten vor, die von vergleichsweise kleinen optischen Änderungen bis zu grundlegenden Neuerungen bei Fensterverwaltung und Tiling reichen. Dabei handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Roadmap. Einige Ideen sind bereits weit ausgearbeitet, andere benötigen noch Ausarbeitung, Prototypen und Entwickler, die sie umsetzen.
Am konkretesten sind derzeit die Pläne für die Suche. Bislang ersetzt die Eingabe eines Suchbegriffs den Inhalt der Aktivitätenübersicht vollständig. Künftig könnten die Ergebnisse stattdessen als Overlay aus dem Suchfeld heraus erscheinen und sich damit besser in das mit GNOME 40 eingeführte räumliche Bedienkonzept einfügen. Die Arbeiten daran sind bereits angelaufen und die Änderung könnte laut Bernard schon mit GNOME 51 im Herbst erscheinen. Längerfristig soll die Suche zudem umfangreichere Ergebnisse mit Dateivorschauen, Filtern und mehreren Aktionen pro Treffer unterstützen.
Auch die Quick Settings stehen auf der Wunschliste. Mit Funktionen wie Dark Mode, Nachtlicht, Energiemodi und Tastaturbeleuchtung ist das Menü zunehmend umfangreicher geworden. Nach dem Vorbild von Android und iOS soll es deshalb möglicherweise einen integrierten Editor erhalten, über den Anwender selbst festlegen können, welche Schalter dort erscheinen. Gleichzeitig erwägt das Designteam, Benachrichtigungen in die Quick Settings zu verlagern. Im Kalender-Popover würden dann im Wesentlichen Kalender, Termine, Weltuhren und Wetter verbleiben.
Größere Veränderungen könnten die Fensterverwaltung betreffen. Beim Verschieben eines Fensters in der Aktivitätenübersicht könnten sich die Arbeitsflächen künftig vergrößern und so besser als Drop-Ziele eignen. Ein entsprechendes Konzept wurde bereits vor GNOME 40 getestet und wird derzeit mit einer Shell-Erweiterung erneut erprobt. Noch weiter geht Mosaic: Das Konzept soll Fenster beim Öffnen automatisch so anordnen und in ihrer Größe anpassen, dass sie sich den verfügbaren Platz teilen. Eine Umsetzung direkt in GNOME würde allerdings Änderungen am Compositor Mutter voraussetzen. Die Erweiterung MosaicWM dient derzeit als Experimentierfeld für das Konzept.
Überarbeitet werden könnte außerdem der Fensterwechsler für Alt+Tab beziehungsweise Super+Tab. GNOME gruppiert Fenster derzeit nach Anwendungen. Ein neues Konzept sieht vor, zuletzt verwendete Fenster zunächst einzeln und ältere Fenster anschließend gruppiert darzustellen. Hinzu kommen Ideen für einen grafischeren Anmeldebildschirm, eine größere und aussagekräftigere Akkuanzeige sowie eine transparente obere Leiste bei dafür geeigneten Hintergrundbildern. Für Letzteres existiert bereits eine ältere Implementierung, die allerdings noch getestet und überarbeitet werden müsste.
Ob und wann die vorgestellten Ideen ihren Weg in GNOME finden, bleibt offen. Das Designteam betont, dass insbesondere die größeren Vorhaben von verfügbaren Entwicklern und teilweise auch von der Finanzierung abhängen. Gleichzeitig sei das Experimentieren mit Änderungen an GNOME Shell inzwischen einfacher geworden: Mit dem Mutter Devkit ließen sich Entwicklungsstände in einer verschachtelten Sitzung aus GNOME Builder heraus testen. Das Team hofft deshalb auch auf Beiträge aus der Community.