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Unreal Engine 6 - »Ein Wendepunkt« - Fotorealistische Grafikdemo zeigt ein grandioses Cyberpunk-Lichtermeer
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Die Unreal Engine 6 kann einen neuen Trick: LumenRef ist perfekt für Neonreklame
Ein experimenteller Modus in den Entwicklerdateien der Unreal Engine 6 sorgt gerade für Staunen unter Grafikenthusiasten. Eine Grafikdemo zeigt, wie schick die nächste Generation von Cyberpunk-Spielen à la des Ego-Shooters No Law aussehen kann.
Der Visual-Effects-Künstler Dylan Browne hat in den Code-Zweigen der neuen Engine-Version eine Entdeckung gemacht. Unter der Bezeichnung »LumenRef« verbirgt sich ein neuer Referenzmodus für das globale Beleuchtungssystem Lumen, der die Lücke zwischen Echtzeit-Grafik und aufwendigem Pfadtracing schließt. Wie das Ganze aussehen kann, zeigt der Künstler in der Grafikdemo weiter oben.
Warum ist LumenRef so interessant für Entwickler? In traditionellen Engines arbeiten Entwickler meist mit unsichtbaren Hilfslichtern. Diese künstlichen Lichtquellen werden platziert, um dunkle Ecken aufzuhellen oder reflektiertes Licht vorzutäuschen. LumenRef geht einen anderen Weg.
In der gezeigten Cyberpunk-Szene existiert kein einziges klassisches Lichtobjekt. Das Szenario wird ausschließlich von leuchtenden Neonschildern, Werbeflächen und Displays erhellt. Das Ergebnis ist eine Beleuchtung auf Pixelebene mit präzisen Reflexionen auf nassen Straßen und Fassaden.
Für die Erstellung von Renderings könnte dieser Ansatz eine Erleichterung darstellen. Grafik-Spezialisten müssen somit Lichter nicht mehr manuell faken, sondern überlassen die physikalisch korrekte Lichtverteilung dem System.
Visuell erreicht LumenRef nahezu die Qualität von echtem Pfadtracing, benötigt dafür jedoch nur einen Bruchteil der Rechenzeit. Im Vergleich rendert das Verfahren um Größenordnungen schneller als klassische Pathtracer.
Ganz ohne Rechenleistung geht es freilich nicht. Für ein Bild in der Auflösung von 8K mit 64 temporären Samples benötigte das Testsystem rund 30 Sekunden pro Einzelbild. Als Hardware kamen eine Nvidia RTX 5090 sowie ein AMD Ryzen Threadripper Pro 7975WX zum Einsatz.
Im Live-Ansichtsfenster läuft der Modus zwar prinzipiell in Echtzeit, erzeugt aktuell aber noch starkes Bildrauschen. Daher richtet sich die Technologie vorerst an Entwickler von Zwischensequenzen, Filmemacher und Spezialisten für virtuelle Produktionen. Bis wir das Ganze in Videospielen zu sehen bekommen, dürfte also noch eine Weile vergehen.
Cyberpunk 2077 sieht mit Raytracing auch schon verboten gut aus.