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Dünger und Klimaschutz: Wie unsere Ernten von Erdgas abhängen
Chemisch-synthetischer Dünger ermöglicht hohe Ernteerträge. Doch für dessen Produktion werden bisher große Mengen an Erdgas eingesetzt. Ist klimafreundlicher Industriedünger eine Alternative?
Trotz der Hitze ist Landwirtin Anna Catharina Voges mit ihrer Weizenernte in diesem Jahr zufrieden. Im Nordosten von Leipzig bewirtschaftet sie einen Betrieb mit knapp 2.500 Hektar. Die Proteingehalte seien gut, so Voges. Die seien wichtig für die Backeigenschaft, und die Körner seien groß genug.
Die guten Erträge habe sie auch dem Einsatz von chemisch-synthetischem Dünger zu verdanken, erklärt sie. Der könne ihre Pflanzen passgenauer etwa mit Stickstoff versorgen als organischer Dünger wie etwa Gülle oder Kompost.
In Deutschland werden pro Jahr rund eine Million Tonnen Stickstoff aus chemisch-synthetischem Dünger vertrieben, schreibt das Thünen-Institut in Braunschweig, eine Forschungseinrichtung des Bundes. Industriedünger wird in der konventionellen Landwirtschaft ausgebracht. Im ökologischen Anbau ist der Einsatz dagegen verboten. Dafür fallen die Erträge dort deutlich niedriger aus.
Wenn Seen erst einmal zu wenig Sauerstoff haben, wird es schwierig, sie in einen guten Zustand zurückzubringen.
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Doch der Einsatz von Industriedünger hat seinen Preis: Da er unter anderem aus Erdgas hergestellt wird, verursacht synthetischer Dünger klimaschädliche Treibhausgase. Der Weizenanbau trage insofern zu den CO2-Emissionen bei, räumt Landwirtin Voges ein, die auch Vizepräsidentin der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) ist.
Produktion und Ausbringung von synthetischem Mineraldünger machen von Deutschlands Gesamtemissionen etwa ein Prozent aus, so das Thünen-Institut. Da sich Deutschland verpflichtet hat, bis 2045 klimaneutral zu werden, müssen dementsprechend auch diese Emissionen in den kommenden Jahren sinken.
Der Raiffeisenverband rechnet mit einer unterdurchschnittlichen, aber zumindest noch ausreichenden Ernte.
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Dafür müsse zum einen die Stickstoffnutzung weiter optimiert werden, so dass weniger Düngemittel benötigt würden, schreibt das Umweltbundesamt (UBA). Technisch ist es aber auch bereits möglich, das klimaschädliche Erdgas in der Düngerproduktion zu ersetzen - etwa durch Biomethan aus Biomasse wie Abfällen, Gülle oder Pflanzenresten.
Doch Biomasse ist auch in anderen Branchen wie im Verkehr begehrt. Laut UBA ist unklar, ob die in Deutschland zur Verfügung stehende Biomasse ausreicht, um den Bedarf zu decken.