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Quake: Wie ein simpler Crack die Shareware-CD von id Software ruinierte
Auf der Disc des Shooters versteckte das Studio 1996 fast seinen gesamten Backkatalog. Doch nach nur 39 Tagen sprengten Hacker das Bezahlsystem.
Das Entwicklerstudio id Software gab damals eine Shareware-CD seines Shooters Quake heraus. An sich ist das nichts Besonderes. Aber Moment, ihr kennt noch nicht die ganze Geschichte. Neben Quake steckten darauf auch noch andere Spiele des Studios.
Darüber schreibt der Programmierer und Autor Fabien Sanglard in einem neuen Blogeintrag. Demnach belegte Quake gerade mal 22 MB der 640 MB fassenden Disc, weswegen id Software den zusätzlichen Speicherplatz mit gesperrten Versionen des kompletten Backkatalogs des Studios füllte.
Die Idee dahinter: Man ruft eine Hotline an, bezahlt die Spiele telefonisch und gibt anschließend einen Freischaltcode ein, um Zugriff auf die Titel zu erhalten. Also genau das gleiche Prinzip wie bei der Shareware-Version von Quake.
Grundsätzlich keine schlechte Idee in der damaligen Zeit, doch es gab ein Problem. Gerade mal 39 Tage nach Veröffentlichung der CD-ROM tauchte im Internet eine Datei namens "Quakecrk.zip" auf, die wiederum das Tool "Qcrack.exe" enthielt. Damit ließen sich Codes für jedes Spiel auf der Disc generieren.
In den 1990er-Jahren war Shareware eine populäre Vertriebsmethode für PC-Spiele. Spieler erhielten eine kostenlose, begrenzte Version (meist die erste Episode). Um den Rest des Spiels freizuschalten, musste man den Entwickler kontaktieren, bezahlen und bekam einen Code oder die Vollversion.
Sanglard verweist dabei auch auf ein Zitat aus dem Buch Masters of Doom von David Kushner: "Die Gamer verloren keine Zeit und hackten die Shareware, um die Vollversion des Spiels kostenlos freizuschalten. Schlimmer noch: Die gesamten alltäglichen Abläufe rund um den Vertrieb und die Bestellabwicklung gerieten völlig außer Kontrolle. In einer Verzweiflungstat versuchte id Software noch, die Auslieferung der Retail-Shareware zu stoppen. Aber es war bereits zu spät. Sie blieben auf knapp 150.000 CDs sitzen, die nutzlos in einem Lagerhaus verstaubten."
Wenn man sich auskannte, konnte man aus der Shareware-CD für 10 Dollar deutlich mehr herausholen. Tatsächlich schauten ehrlich zahlende Käufer bei einem Titel sogar komplett in die Röhre, da sich Final Doom gar nicht erst über die Hotline freischalten ließ.
"In SKU.17 steckt ein Tippfehler, wodurch die GAME-ID 12 auf den Codenamen 'Final' (mit großem F) verweist. Dadurch greift die Serial-Generierung auf das falsche Dokument zu. Der korrekte Wert wäre 'final' gewesen. Das führte zu einer nur allzu vertrauten Situation: Illegale Nutzer genossen eine bessere Spielerfahrung als zahlende Kunden."
Auf der anderen Seite hat id Software aber zum Beispiel bei Doom auch von Raubkopierern profitiert, wie John Romero jüngst verraten hat.