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Weniger rotes und verarbeitetes Fleisch reduzieren das Sterberisiko
Wer rotes und verarbeitetes Fleisch seltener isst, hat laut einer großen US-Langzeitstudie ein etwas geringeres Sterberisiko. Besonders konsistent war der Zusammenhang bei niedrigem statt hohem Konsum, während reine Weißfleisch- und vegetarische Ernährung nur in einzelnen Gruppen Vorteile zeigte. Die Beobachtungsdaten belegen jedoch keine Ursache-Wirkungs-Beziehung.
Atlanta (U.S.A.). Viele Ernährungsempfehlungen raten dazu, rotes und verarbeitetes Fleisch zu begrenzen, weil ein hoher Konsum mit chronischen Erkrankungen und höherer Sterblichkeit verbunden ist, doch der mögliche Zusatznutzen eines vollständigen Verzichts ist weniger klar.
Die Autoren der neuen Studie haben diese Frage anhand der Cancer Prevention Study-II der American Cancer Society untersucht und verschiedene Häufigkeiten des Konsums von rotem und verarbeitetem Fleisch mit Weißfleisch- und vegetarischen Ernährungsweisen verglichen.
In die Auswertung gingen 988.378 Teilnehmer ein, die 1982 im Median 56 Jahre alt waren, und ihre Ernährung wurde zu Studienbeginn mit einem kurzen Fragebogen aus 28 Punkten erfasst. Die Sterbefälle verfolgten die Forscher bis Ende 2020.
Als hoher Konsum galten rotes oder verarbeitetes Fleisch an mindestens sechs Tagen pro Woche, als mittlerer Konsum vier bis unter sechs Tage. Die Gruppe mit niedrigem Konsum aß diese Fleischarten an 0,5 bis unter vier Tagen pro Woche, daneben unterschieden die Forscher eine Weißfleischgruppe mit Geflügel oder Fisch sowie eine vegetarisch bezeichnete Gruppe.
Im Mittel wurden die Teilnehmer 27,5 Jahre lang beobachtet, maximal waren es 38,5 Jahre, und während dieser Zeit starben 626.017 Menschen. In den statistischen Modellen berücksichtigten die Autoren unter anderem demografische Faktoren, Lebensstil, Gesundheitszustand, Rauchen und Body-Mass-Index.
Verglichen mit hohem Konsum war niedriger Verzehr von rotem und verarbeitetem Fleisch in mehreren Teilgruppen mit einer um ein bis fünf Prozent niedrigeren Gesamt-, Herzkrankheits- und Krebssterblichkeit verbunden. Für Schlaganfälle zeigte sich auch in der Gesamtanalyse ein Unterschied. Das Sterberisiko lag bei niedrigem Konsum vier Prozent niedriger, die Hazard Ratio betrug 0,96 bei einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,94 bis 0,99.
Ein vollständiger Verzicht auf rotes und verarbeitetes Fleisch brachte dagegen keinen einheitlichen zusätzlichen Vorteil. Eine Ernährung nur mit weißem Fleisch war bei Männern mit sieben Prozent niedrigerer Gesamtsterblichkeit verbunden, bei Menschen mit gesundem Gewicht mit fünf Prozent und bei 50- bis 64-Jährigen mit sechs Prozent.
Auch bei Teilnehmern, die mindestens 80 Jahre alt wurden, zeigte die Weißfleischgruppe eine um sechs Prozent niedrigere Gesamtsterblichkeit und eine um neun Prozent niedrigere Krebssterblichkeit. Diese Ergebnisse stammen jedoch aus Untergruppen und lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres auf die gesamte Bevölkerung übertragen.
Für die vegetarisch bezeichnete Gruppe ergaben sich deutlich weniger konsistente Zusammenhänge, denn nur bei den 50- bis 64-Jährigen war sie mit einer um sechs Prozent niedrigeren Gesamtsterblichkeit verbunden. Zugleich zeigte sich bei männlichen Vegetariern eine um 50 Prozent höhere Schlaganfallsterblichkeit gegenüber der Gruppe mit hohem Konsum von rotem und verarbeitetem Fleisch, wobei in dieser Teilgruppe nur wenige Schlaganfalltodesfälle auftraten.