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Falle China-Shops: Wie getarnte Online-Händler Verbraucher täuschen
Der Handelsverband Deutschland warnt vor dubiosen Online-Stores mit deutscher Domain, die minderwertige Ware aus Fernost liefern und teure Retouren erzwingen.
Sortierzentrum der chinesischen Post: Bei vielen Anbietern ist den Kunden nicht klar, dass die Pakete aus China kommen, wie der Handelsverband kritisiert.
Wer im Internet nach Kleidung, Haushaltswaren oder Elektronik stöbert, achtet meist auf vertraute Anzeichen für Seriosität. Eine Webadresse mit .de-Endung, ein deutsch klingender Name und ein professionelles Layout vermitteln Kunden schnell das Gefühl, bei einem etablierten Händler zu bestellen. Doch dieser Schein trügt immer öfter.
Neben klassischen Fake-Shops, die Geld kassierten und keine Ware lieferten, gewinne ein zweites Geschäftsmodell an Boden, warnt der Handelsverband Deutschland (HDE): Online-Shops, die sich eine deutsche Identität zulegten, aber direkt aus China betrieben werden.
Die Taktik der Fernost-Händler setzt laut dem HDE dort an, wo Verbraucher Sicherheit vermuten. Über soziale Netzwerke lockten sie mit extrem günstigen Preisen auf ihre Webseiten. Dort erwarte die Kundschaft eine optisch makellose Fassade mit deutschen Namen und scheinbarer Adressen innerhalb der EU.
Erst nach der Bezahlung offenbare sich die Realität, warnt der Verband: Das Paket komme aus Asien und der Inhalt halte selten, was die Fotos im Netz versprochen haben. Besonders bei Bekleidung zeichnet sich auch laut Verbraucherzentralen verstärkt ab: Die Textilien weisen erhebliche Mängel in Schnitt, Verarbeitung und Materialqualität auf oder fallen eklatant kleiner aus.
Das eigentliche Problem beginnt dem HDE zufolge, wenn Enttäuschte minderwertige Ware zurückschicken wollten: Die Rücksendeadresse befinde sich in China. Je nach Paketgröße können die Portokosten nach Fernost den eigentlichen Warenwert deutlich übersteigen. Der Händler übernehme diese Auslagen meist nicht.
Stephan Tromp vom HDE betont, die hohen Retourenkosten machten die Ausübung des Widerrufsrechts unattraktiv. Der HDE sieht dadurch das Vertrauen in den Online-Handel bedroht sowie einen Wettbewerbsnachteil für den heimischen Markt. Hiesige Firmen müssten strenge Vorgaben rund um Produktsicherheit und Verbraucherschutz einhalten, die Fernost-Shops systematisch unterliefen. Der Verband fordert eine konsequente Rechtsdurchsetzung.
Damit potenzielle Kunden nicht in die Falle tappen, empfehlen der HDE und die Polizei eine Prüfung vor jedem Kauf. Erste Hinweise liefere der Blick ins Impressum sowie in die Widerrufs- und Rücksendebedingungen. Auch lange Lieferzeiten, Zollhinweise, holprige Texte oder reine Vorkasse seien Warnsignale.
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