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Max-Planck-Institut weist menschlichen Fingerabdruck im regionalen Klima nach
Hamburger Forschende belegen den menschengemachten Temperaturanstieg erstmals direkt aus Messdaten, ganz ohne globale Klimamodelle.
Der Fingerabdruck des Menschen im Klimasystem ist nicht mehr zu leugnen.
Global betrachtet ist es keine Neuigkeit mehr, dass der Mensch das Klima aufheizt. Den menschlichen Fingerabdruck regional nachzuweisen, ist allerdings erstaunlich schwer. Regionale Temperaturen schwanken viel stärker als der weltweite Durchschnitt und globale Klimavorhersagen stimmen nicht überall mit dem überein, was Wetterstationen und Satelliten tatsächlich messen.
Wie schnell der menschliche Fingerabdruck regional sichtbar wird, hängt stark vom beobachteten Ort ab. Die sogenannte „Emergence Timescale“, also die Zeitspanne bis zum statistisch belastbaren Nachweis, schätzen Klimamodelle oft zu optimistisch ein, wie Wissenschaftlerin Josie Aruhasi vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg betont.
Klimamodelle erwarten den Nachweis also früher, als er in der Realität gelingt. Die Forschungsgruppe unter Leitung von Chao Li hat den menschlichen Einfluss auf den Klimawandel jetzt auch unabhängig von Modellvorhersagen regional nachgewiesen. Laut Li reichen die aktuell verfügbaren 45 Jahre Satellitendaten bereits aus, „um die menschengemachte Erwärmung in den meisten Regionen rein empirisch zu belegen“.
Die Forschenden werteten Temperaturdaten der Erdoberfläche von 1850 bis 2022 aus und verglichen regionale Trends mit dem globalen Mittelwert. Ihr Ergebnis, veröffentlicht im Fachjournal Science Advances: In den meisten Weltregionen, auch im an einer beispiellosen Hitzewelle leidenden Europa, steckt der menschliche Fingerabdruck eindeutig in den Daten und äußert sich durch ein typisches Muster. Die untere Atmosphäre (Troposphäre) erwärmt sich, während sich die obere (Stratosphäre) abkühlt, Landmassen heizen sich stärker auf als Ozeane und die Arktis erwärmt sich besonders schnell.
Ein Sonderfall ist das Klimakrisengebiet Arktis: Dort bremste die Erwärmung zwischen den späten 1990ern und frühen 2010ern merklich ab, was das Team auf natürliche Schwankungen zurückführt. Am grundsätzlichen menschlichen Einfluss ändere das aber nichts. Lediglich im Südpolarmeer und im subpolaren Nordatlantik verschwindet das menschliche Signal derzeit noch im Rauschen natürlicher Schwankungen.
Die Methode der Forschenden basiert auf dem Konzept der „Detektion und Attribution“ – also dem statistisch eindeutigen Nachweisen einer von natürlichen Schwankungen abweichenden Klimaveränderung und deren Ursache. Dies geht zurück auf die Arbeit von Klaus Hasselmann, den Gründungsdirektor des Instituts. Hasselmann zeigte schon in den 1970er-Jahren, wie sich menschliche Einflüsse statistisch aus dem natürlichen Auf und Ab des Klimas herausrechnen lassen und wurde 2021 mit dem Physik-Nobelpreis geehrt. Auf seiner Methode baut auch der Weltklimarat IPCC bis heute auf.
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