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Smarte Brille RayNeo iO setzt auf Knochenschall und KI-Projektion
RayNeo reduziert seine neue KI-Brille aufs Wesentliche: Die iO verzichtet auf Kamera und Lautsprecher, projiziert dafür KI-Hilfen direkt ins Sichtfeld.
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Auf der letztjährigen IFA präsentierte TCL stolz einen Prototypen der KI-Brille „X3 Pro“ seiner Tochterfirma RayNeo, die als eine der ersten Smart Glasses eine farbige Projektion bot. Schon damals zeichnete sich allerdings ab, dass das Modell nicht billig werden wird. Und tatsächlich rufen deutsche Händler aktuell immer noch gut 1600 Euro für die RayNeo X3 Pro auf – wohlgemerkt ohne eventuell nötige Korrekturgläser.
Vor der diesjährigen IFA hat RayNeo mit den „RayNeo iO Glasses“ nun ein weiteres Modell angekündigt, das aber – wie etwa die Even Realities G1/G2 und die Rokid Glasses – lediglich eine grüne Anzeige bieten wird, dafür aber auch erheblich billiger sein dürfte als die X3 Pro (auch wenn RayNeo noch keine konkreten Angaben zum Preis macht). Realistisch dürfte ein Preis zwischen 600 und 700 Euro sein.
Aufgrund des von RayNeo veröffentlichten Bildes könnte man denken, dass sich bei der RayNeo iO die Projektion auf ein Brillenglas beschränkt. Das ist aber nicht der Fall, laut Hersteller bietet das Modell ein binokulares Display.
Erwartungsgemäß setzt der Hersteller weiter auf die bekannte „Waveguide“-Displaytechnik mit Projektion auf matte Flächen in beiden Brillengläsern. Dabei schwebt ein eingeblendeter Text scheinbar im Raum, während man weiter problemlos durch die Gläser schauen kann. RayNeo spricht von einer 97-prozentigen Transparenz. Die maximale Helligkeit der Projektion soll rund 1200 Nits betragen, während Rokid etwa bei seinem Modell offiziell 1500 Nits angibt.
Als zentrale KI-Funktion nennt RayNeo die „Ambient AI Productivity Suite“: Bei Besprechungen soll die künstliche Intelligenz hier mit geringem Energieverbrauch im Hintergrund laufen, um Termine und Gesprächskontexte zu erfassen. Am Ende extrahiert das System laut RayNeo daraus zu erledigende Aufgaben und regt Kalendereinträge an, die der Nutzer freihändig durch Nicken bestätigen kann.
Bereits von anderen Smart Glasses mit Projektion kennt man den „Teleprompter“, bei dem die Brille einen beliebigen Text anzeigt, durch den sie dank Spracherkennung automatisch scrollt. Weiterhin ist auch hier wieder eine Übersetzung mit an Bord, in diesem Fall ausschließlich von Sprache in Text. Laut RayNeo werden dabei 40 Sprachen unterstützt.
Hinsichtlich der LLM-Integration gibt der Hersteller an, die „Kernfunktionen“ würden auf RayNeo AI und Gemini 3.1 Flash Lite basieren. Nutzer könnten jedoch in der Begleit-App zwischen Modellen wie ChatGPT 5.1, Gemini 2.5 Pro, Claude und DeepSeek wählen. Das ist dann allerdings nicht kostenlos; für dieses laut Hersteller „optionale“ Multi-Model-AI-Abonnement werden 9,99 US-Dollar pro Monat fällig. Insofern darf man gespannt sein, wie weit die Kernfunktionen reichen und ab wann man das Abo braucht. Angaben dazu machte RayNeo bislang nicht.
Im Unterschied zu vielen anderen KI-Brillen ist die RayNeo iO nicht mit einer Kamera ausgestattet. Träger müssen also nicht befürchten, dass ihnen vorgeworfen wird, heimliche Foto- und Videoaufnahmen zu machen. Auch Lautsprecher gibt es bei der laut Hersteller als „visuelles Display“ konstruierten Brille nicht. Insofern lassen sich über das Modell weder Podcasts anhören noch Telefonate führen – beides Einsatzgebiete, die etwa bei Meta-Brillen durchaus beliebt sind.