// GAMESTAR — GAMING
Energie - Spanien reagiert auf drohenden Gasmangel schon seit Jahren auf kreative Weise – sie gehen aufs Klo [Best of GameStar]
Das, was ihr in der Toilette herunterspült, soll einen Bus antreiben? Ja, dank moderner Technik.
(Bildquelle: Unsplash, Elliot Blyth und Claire Mueller)
Millionen Bürger verrichten auf der Toilette ihr Geschäft – und sorgen gleichzeitig für einen umweltfreundlichen öffentlichen Nahverkehr. In Barcelona läuft seit einigen Jahren ein Pilotprojekt, das den Kot der Einwohner in Biomethan umwandelt, um damit eine Buslinie zu betreiben – mit Erfolg.
Deshalb soll das Projekt jetzt ausgeweitet werden, denn die katalanische Stadt hat mit den Ausscheidungen ihrer Bürger noch einiges vor.
Bei diesem Artikel handelt es sich um Archiv-Content, den wir für euch noch einmal neu hochgezogen haben.
Unter dem Projektnamen Nimbus fährt die V3-Buslinie Barcelonas seit fünf Jahren ausschließlich mit Biomethan-Gas, hergestellt aus dem Kot der rund 1,5 Millionen Stadtbewohner. Dafür war nicht einmal eine Umrüstung von Motoren, Tanks oder Leitungen nötig.
TechSpot berichtet, dass hinter dem Projekt eine Kooperation des öffentlichen Wasserversorgungsunternehmens Veolia und dem Verkehrsunternehmen TMB steht. Als wissenschaftlicher Partner half die Autonome Universität Barcelona.
4:00
Transport Fever 3 zeigt in vier Minuten, was es zum einzig wahren Wirtschaftsgiganten machen soll
Als Treibstoff-Raffinerie diente die Kläranlage Baix Llobregat. Die bekommt täglich 400.000 Kubikmeter Abwasser zugeführt, wovon 95 Prozent als Frischwasser wiederverwertet werden – vor allem für die Landwirtschaft, städtische Bewässerung, Grundwasserzufuhr und einige weitere Zwecke. Trinkwasser gehört für gewöhnlich nicht dazu, aber im Notfall, während extremer Dürren, wäre auch das möglich.
Als Nebenprodukt der Wasserwiedergewinnung kommen täglich außerdem 250 Tonnen Klärschlamm zusammen. Der Großteil davon wandert ebenfalls in die Landwirtschaft als Dünger für die Felder.
Doch das ist noch nicht alles: Pro Stunde nutzen die Forscher der Autonomen Universität Barcelona im Zuge von Nimbus vier Kubikmeter Klärschlamm (etwa 5 Tonnen). Hieraus stellen sie genügend Gas her, damit die Busse insgesamt 100 Kilometer täglich zurücklegen konnten.