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China kritisiert angedrohte US-Sanktionen gegen Irans Handelspartner
Um Iran finanziell weiter zu schwächen, drohen die USA nun den Handelspartnern des Landes und verlangen von ihnen, jegliche Geschäfte mit Iran einzustellen. China - der größte Handelspartner Irans - droht bereits mit Gegenmaßnahmen.
Um Iran wirtschaftlich weiter zu isolieren, drohen die USA nun auch dessen Handelspartnern. Zu ihnen gehört China, und dort stoßen die angedrohten Sanktionen auf harsche Kritik.
China werde alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um seine Interessen entschlossen schützen, teilte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums mit. Die Sanktionen seien einseitig und illegal und daher entschieden abzulehnen.
China gilt als der wichtigste Handelspartner Irans und der weltweit größte Abnehmer iranischen Öls. Die Volksrepublik wiederum liefert Autos, Maschinen, Elektronik und Metalle an Iran, darunter auch sogenannte Dual Use-Güter, also Waren, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können. Das chinesische Außenministerium betont, die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern habe stets im Rahmen des Völkerrechts stattgefunden. Der Handel sollte nicht behindert werden.
Neben China zählen die Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate zu den wichtigsten Handelspartner Irans. Die Emirate hatten aber vor einigen Tagen angekündigt, alle Handelsbeziehungen und Finanztransaktionen mit Iran bis auf Weiteres auszusetzen.
Welche Länder von möglichen Sanktionen wegen ihrer Handelsbeziehungen zu Iran betroffen sein könnten, ließ US-Finanzminister Scott Bessent bei der Bekanntgabe weiterer Strafmaßen, die sich direkt gegen Iran richten, zwar noch offen. Ebenso die Frage, wann die angedrohten Strafmaßnahmen umgesetzt werden könnten. Eine Zurückhaltung, die auch darauf zurückzuführen sein könnte, dass die USA das Verhältnis zu China vor einem geplanten Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staats- und Parteichef Xi Jinping Ende September nicht zusätzlich belasten wollen.
Bessent betonte jedoch, alle anderen Länder sollten ihre wirtschaftlichen Verbindungen zu Iran kappen - sonst müssten sie mit Vergeltungsmaßnahmen rechnen. Jedem Land werde ein Zeitrahmen gesetzt, um bestimmte Aktivitäten mit Bezug zum Iran einzustellen. Und Bessent mahnte: Die USA hätten dabei keine "unbegrenzte Geduld".
Die im Raum stehenden Sanktionen zielen laut US-Finanzministerium auf wichtige Bereiche wie Finanzen, Öl, Technologie und die Schifffahrt ab. Die USA hätten "jeden Knotenpunkt, jeden Vermittler und jedes Netzwerk erfasst, das Iran für Ölschmuggel und die Umgehung für Sanktionen genutzt habe", hieß es vonseiten der US-Behörde.
Iran zeigt sich angesichts der neuen US-Sanktionen und Drohungen gelassen. Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf zeigte sich beim Kurznachrichtendienst X überzeugt, dass die neuen US-Maßnahmen scheitern werden. Die Amerikaner wüssten, dass niemand auf ihre großspurigen Äußerungen hereinfalle. Die Handelspartner Irans hätten deutlich gemacht, diese in keiner Weise zu berücksichtigen.
Irans Wirtschaftsminister Ali Madanizadeh warf den USA vor, "wirtschaftlichen Terror" betreiben zu wollen. Iran sei auf die US-Sanktionen aber vorbereitet. Die USA müssten ihrerseits mit Vergeltung rechnen.