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Alles Gute zum Geburtstag: 35 Jahre Linux
Am 25. August 1991 schickte der damals 21-jährige finnische Informatikstudent Linus Torvalds eine Nachricht an die Usenet-Gruppe comp.os.minix. Darin bat er um Rückmeldungen zu einem freien Betriebssystem, an dem er seit April arbeitete. Was als Hobbyprojekt für Rechner mit 386- und 486-Prozessoren begann, feierte gestern seinen 35. Geburtstag.
Torvalds hatte zu diesem Zeitpunkt bereits Bash 1.08 und GCC 1.40 auf sein System portiert. In seiner inzwischen legendären Ankündigung beschrieb er das Projekt als „just a hobby“ und ging davon aus, dass es niemals so groß und professionell wie GNU werden würde. Auch bei der Hardware zeigte er wenig Ambitionen: Andere Systeme als AT-Rechner mit Festplatte werde das Betriebssystem vermutlich nie unterstützen.
Bekannt war das Projekt damals noch nicht unter seinem heutigen Namen. Torvalds selbst hatte zunächst »Freax« favorisiert. Ari Lemmke, der an der Technischen Universität Helsinki einen FTP-Server für die Veröffentlichung bereitstellte, legte stattdessen ein Verzeichnis namens linux an. Unter diesem Namen erschien im September 1991 schließlich Linux 0.01.
Aus dem Hobbyprojekt wurde in den folgenden dreieinhalb Jahrzehnten eine der wichtigsten Grundlagen moderner IT‑Infrastruktur. Linux läuft heute auf Servern und Supercomputern ebenso wie auf Smartphones, Routern, Fernsehern, Kühlschränken und zahllosen Embedded-Systemen. Dazu kommen klassische Linux-Distributionen auf Desktop und Notebook. Die Linux Foundation begeht das Jubiläum ebenfalls und stellt unter anderem den Open Source Summit Europe im Oktober in Prag unter das Thema von 35 Jahren Linux. Linus Torvalds wird anwesend sein und gebührend gefeiert werden.
Ganz eindeutig ist der Geburtstag von Linux übrigens nicht. Neben dem 25. August, an dem Torvalds sein Projekt erstmals öffentlich ankündigte, wird oft auch die Veröffentlichung von Linux 0.01 im September 1991 als Geburtsstunde betrachtet. Durchgesetzt hat sich jedoch weitgehend der 25. August und damit jene unscheinbare Usenet-Nachricht, deren Tragweite 1991 kaum jemand absehen konnte.