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Yayoi Kusama ist tot: Die Künstlerin der Punkte stirbt mit 97 Jahren
Punkte, Spiegel, leuchtende Farben: Yayoi Kusama schuf eine unverwechselbare Welt. Die Kunst half ihr, mit psychischen Krisen umzugehen. Spät wurde sie zum Weltstar. Nun ist sie mit 97 Jahren gestorben.
Das Markenzeichen von Yayoi Kusama selbst: eine knallrote Perücke. Noch unverwechselbarer: ihre Kunst.
"Der Mond ist ein Punkt, die Sonne ist ein Punkt", sagte die japanische Künstlerin einmal. Wahrscheinlich bestehe auch das Universum aus Punkten. "Inmitten all dessen habe ich versucht, meiner eigenen Existenz auf den Grund zu gehen." Seit ihrer Kindheit seien Punkte und unendliche Wellen die zentralen Themen ihrer Kunst gewesen.
Pünktchenmuster, Netze, Spiralen, grelle Farben, verspiegelte Räume - das war die Welt von Yayoi Kusama.
Bilder
27.08.2026
Die Kunst war für sie eine Überlebensstrategie. Schon als Kind litt sie unter Depressionen und Halluzinationen. "Ich wachte eines Morgens auf und sah, dass das Fenster mit einem Netz überzogen war", erinnerte sie sich. Als sie zum Fenster gegangen sei und es berührt habe, sei das Netz auf sie übergesprungen und habe ihren ganzen Körper bedeckt.
Diese Episoden hingen auch mit Zerwürfnissen in ihrem Elternhaus zusammen, erzählte Kusama in ihrer Autobiografie. Ihre Mutter schickte sie los, um ihren Vater, einen Frauenheld, auszuspionieren. Den Zorn ließ die Mutter an ihrer Tochter aus. Sie versuchte, sie am Malen zu hindern. Aber Yayoi machte weiter.
Schon als Kind habe sie angefangen zu zeichnen, sagte Kusama später. Und dabei blieb es: "Auch heute noch vergeht kein Tag, an dem ich nicht zeichne."
Yayoi Kusama posiert in der Tate Modern in London vor ihrem Gemälde "Love Arrives at the Earth Carrying with it a Tale of the Cosmos".
In den vergangenen 50 Jahren lebte die Japanerin freiwillig in einer psychiatrischen Klinik in Tokio. In einem Interview sagte sie, dass ihr das ermöglicht habe, jeden Tag weiter Kunst zu machen. Das habe ihr Leben gerettet. Ihr Atelier lag direkt gegenüber der Psychiatrie.