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Kia Seltos Hybrid: Kleine Batterie auch für externe Verbraucher
Der Seltos bekommt einen Hybrid ohne externe Lademöglichkeit. Die Batterie lässt sich für Verbraucher anzapfen, was allerdings einige Fragen hinterlässt.
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Kia erweitert das Angebot des Ende 2025 vorgestellten Seltos um einen Hybridantrieb. Es handelt sich um einen parallelen Hybrid – E-Motor und Verbrenner ergänzen sich im Idealfall zugunsten eines geringen Spritverbrauchs. Ein Vorteil dieses Aufbaus ist, dass es für spürbare Effekte keine große Traktionsbatterie braucht. Im Seltos kann die sogar für externe Verbraucher angezapft werden. An sich klingt das zunächst nicht schlecht, doch in der Praxis dürfte der Mehrwert übersichtlich bleiben.
Angebot wird der Seltos Hybrid in zwei Konstellationen. In beiden sind ein 1,6-Liter-Vierzylinder ohne Aufladung, der 144 Nm bei 4400/min und 75 kW leistet, mit einem 45-kW-E-Motor kombiniert. Die Systemleistung liegt beim Modell mit Frontantrieb bei 113 kW. In der Allradvariante kommt noch ein 50-kW-E-Motor an der Hinterachse dazu, was die Systemleistung auf insgesamt 131 kW anhebt.
Der elektrische Antriebsteil ist auch hier mehr als eine Leistungssteigerung. Kia wird die Möglichkeit einer Lastpunktverschiebung nutzen, um den Verbrenner so oft wie möglich nahe seines besten Wirkungsgrades zu betreiben. Das Prinzip ist bekannt: Liegt die aktuelle Lastanforderung unterhalb des idealen Betriebspunktes, leistet der Verbrenner etwas mehr, treibt so einen Generator an und lädt die kleine Traktionsbatterie – und umgekehrt. Liegt die Lastanforderung leicht oberhalb des besten Wirkungsgrades, wird der Generator zum E-Motor und unterstützt den Verbrenner. Fordert der Fahrer eine sehr hohe Last, sind dann beide Arten des Antriebs beteiligt.
Die Unterschiede beim Verbrauch zu einem reinen Verbrenner sind natürlich immer dann am größten, wenn sich das Tempo häufig ändert. Im Seltos lässt sich das sehr leicht aus den WLTP-Werten ableiten. In der Stadt braucht ein 1.6 T-GDI 2WD mit Automatik im Zyklus 9,3 Liter, der hier vorgestellte Hybrid kommt dort mit Frontantrieb auf 5,1, mit Allrad auf 6 Liter. Auf der Autobahn sinkt die Differenz auf 1 bis 1,3 Liter. Im kombinierten WLTP nennt Kia 5,4 bis 5,8 Liter, und das sind im Schnitt rund 1,5 Liter weniger als für die alleinigen Verbrenner im Seltos.
Leben muss der Seltos-Hybridfahrer mit etwas schlechteren Fahrleistungen. Die Modelle ohne Hybrid schaffen auf der Autobahn mindestens 200 km/h, die Hybridmodelle 158 (Frontantrieb) bzw. 155 km/h (Allrad). Auch die Beschleunigung ist etwas weniger flott. Zudem fasst der Tank nur noch 38 statt 50 Liter wie in den anderen Modellen.
Für die Verbrauchsminderung reicht ein kleiner Speicher, der über die Lastpunktverschiebung und über die Rekuperation befüllt wird. Den Aufwand, ihn extern laden zu können, betreibt niemand, denn Ziel ist ja nicht die elektrische Fahrt, sondern eine Unterstützung des Verbrenners. Der Speicher ist im Seltos 1,32 kWh groß. Bei Kia kam man nun auf die Idee, ihn trotz des geringen Energiegehalts für externe Verbraucher anzapfen zu können – in welchem Umfang, bleibt offen. Es ist gut möglich, dass beispielsweise nur 900 Wh entnommen werden können.
Kia legt sich in anderer Richtung fest: Laden und Betreiben von externen elektrischen Geräten sei mit maximal 3,6 kW über eine 230-V-Steckdose im Kofferraum möglich, heißt es in der Preisliste. In der gleichen Zeile ist dann auch zu finden, dass es diese Chance nur für die beiden teuersten Ausstattungslinien „GT-Line“ und „X-Line“ gibt. Das hebt den Preis auf wenigstens 44.090 Euro. Den Hybridantrieb gibt es im Seltos ab 37.490 Euro, das Basismodell der Baureihe ab 34.190 Euro. Tatsächlich vergleichbar mit dem Hybrid ist der 1.6 T-GDI mit Automatik, der 36.190 Euro kostet. Der Aufpreis liegt also bei 1300 Euro. Ausgeliefert wird der Seltos Hybrid ab Oktober.
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