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Roblox: Neue Jugendschutz-Regeln verbannen manipulative Spiele-Feeds
Die Plattform greift durch: Um Kinder vor Mechaniken im Social-Media-Stil zu bewahren, fliegen betroffene Titel ab sofort aus kuratierten Listen.
Die vor allem bei Kindern und Jugendlichen beliebte Spieleplattform Roblox hat schon einige Kontroversen hinter sich und sich durch eine etwas laxe Haltung auch nicht immer mit Ruhm bekleckert. Jetzt scheint es einmal Konsequenzen zu geben. Nachdem zuletzt der Haustier-Sammel-Simulator "Steal an Egg" eine hitzige Debatte ausgelöst hat, wurden von Roblox neue Richtlinien eingeführt, um jüngere Zielgruppen vor manipulativen Spielmechaniken zu schützen.
Bedeutet: Ab sofort werden Spiele, die sogenannte "belohnungsbasierte Medien-Feeds" nutzen, aus den Kategorien "Roblox Kids" und "Select" verbannt. Wie das Unternehmen in einem Beitrag im eigenen Creator Hub mitteilte, will man mit der neuen Richtlinie gezielt gegen Mechaniken vorgehen, die das Suchtpotenzial von Social-Media-Plattformen nachahmen, um die Spielzeit künstlich in die Länge zu ziehen.
Roblox kündigte an, bestehende Spiele aktiv auf die Einhaltung der neuen Vorgaben zu überprüfen. Werden Verstöße festgestellt, fliegen die entsprechenden Titel aus den kuratierten Kinder-Kategorien raus, sofern die Entwickler das Spieldesign nicht anpassen.
Laut Roblox fällt ein Spiel unter die neue Regelung, wenn es Kurzvideos, Bilder-Feeds oder Formate im Stil von Social-Media-Stories anzeigt und diese mit Automatisierungen wie Autoplay, kontinuierlichen Wiederholungsschleifen oder Endlos-Scrollen kombiniert. Ausschlaggebend ist dabei, dass es Belohnungssysteme gibt, die das ständige Anschauen dieser Inhalte voraussetzen oder nahelegen.
Ausdrücklich nicht von der Regelung betroffen sind herkömmliche Werbevideos, für deren Ansehen Spieler In-Game-Währung erhalten. Roblox begründet dies damit, dass Nutzer diese Werbevideos aktiv starten müssen und es technische Limits gibt, wie viele Clips am Tag geschaut werden können. Entwickler, deren Spiele wegen der neuen Richtlinie entfernt werden, haben die Möglichkeit, ihre Mechaniken anzupassen und eine erneute Prüfung zu beantragen, wobei bisher gesammelte Engagement-Metriken nicht zurückgesetzt werden.
Die Einführung der neuen Roblox-Richtlinien folgt kurz auf eine Kontroverse um den Haustier-Sammel-Simulator "Steal an Egg". Das Spiel wurde kürzlich offline genommen, nachdem bekannt wurde, dass es Spieler dazu animierte, auf einem virtuellen Laufband kontinuierlich Inhalte zu konsumieren, um Belohnungen abzustauben.
Es ist zwar nicht klar, ob die neue Regel eine direkte Reaktion auf diesen Vorfall ist – eine Nachfrage von den Kollegen bei GamesIndustry.biz blieb bislang unbeantwortet – dennoch kommen die neuen Schutzmaßnahmen für Roblox zu einem kritischen Zeitpunkt, denn erst kürzlich kündigte ein Unterausschuss des US-Senats eine offizielle Untersuchung gegen die Plattform an.
Der Vorwurf lautet, Roblox priorisiere Umsatz- und Engagement-Zahlen über die Sicherheit von Kindern. Parallel zu den neuen Content-Richtlinien bemüht sich das Unternehmen auch im Bereich der künstlichen Intelligenz um mehr Transparenz und hat drei seiner KI-Sicherheitsmodelle über die ROOST-Community als Open-Source-Lösungen zur Verfügung gestellt.