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NVHBM: Nvidia mischt bei Custom-HBM mit keiner neuen Erfindung mit
Nvidia hat in dieser Woche NVHBM vorgestellt. Was nach ganz neuer Custom-HBM-Technologie klingt, ist letztlich aber bereits von vielen Herstellern bekanntes Material in anderer Form. Das ist dennoch ein großer Schritt, vor allem in Richtung weiterer Fortschritte, Standard und Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen.
Custom-HBM ist das nächste große Ding. Deshalb war es auch in dieser Woche auf derHot Chips 2026 ein großes Thema. Wenn bestimmte Dinge rund um den Controller und Base-Die ausgelagert und optimiert werden, könnte das Produkt doch so viel mehr. Das wissen alle Speicherhersteller und auch Partner und arbeiten entsprechend daran. Der ComputerBase-Bericht vom Symposium fasste einige der Entwicklungen zusammen.
Nvidia springt nun mit NVHBM auf diesen Zug auf. Dabei will auch Nvidia bestimmte Funktionen, die aktuell im eigentlichen Grafikchip liegen, künftig im Base-Die unterbringen und so viel mehr Platz für eventuell sogar zusätzliche GPU-Dies auf einem Package schaffen.
Compared with the JEDEC HBM4e standard, this design reduces PHY and support area by up to 67%. The narrower interface also simplifies interposer routing, providing up to 80% more usable silicon across the entire layout.
As shown in Figure 1, shrinking the memory interface connections enables the central AI compute die to expand into the newly freed space. This reclamation provides up to a 30% increase in available main-die silicon for compute or other features. The additional silicon area enables XPU designers to add more capabilities within a fixed package footprint.
Letztlich ist es also genau das Gleiche, wovon aktuell alle Speicherhersteller sprechen und beispielsweise von Marvell, einem Controller- und PHY-Spezialisten, bereits vor über einem Jahr und zum Teil bereits im Jahr 2024 ausführlich in Roadmaps und Details dargelegt wurde. Dass viele der von Nvidia genannten Zahlen dort sehr ähnlich aussehen, überrascht also nicht: 70 Prozent mehr Fläche für Compute nannte Marvell beispielsweise. Da Marvell und Nvidia zuletzt stets enger zusammenarbeiteten, könnte hier etwas Know-how geflossen sein. Zur Computex 2026 lobte Nvidias Chef Marvell als next trillion-dollar company in den Himmel, sodass die Aktie explodierte.
Nvidia springt hier also nur auf den Zug auf, auf dem alle aktuell fahren. Das ist dennoch ein großer Schritt, um die Verbreitung dieser Technologien voranzutreiben und die Custom-Lösungen noch weiter zu optimieren. Nvidia ist bekannt dafür, den Speicherherstellern alles abzuverlangen und an absolute Grenzen zu gehen. Der Motivationsschub in dieser Richtung und damit weiterem Fortschritt ist deshalb auch durch NVHBM nicht zu verachten.
Die Technologie zudem an NVLINK zu binden ist ein cleverer Schachzug, so sind erste Kunden bereits gesetzt, denn bei NVLINK Fusion werden viele Hersteller und Kunden mitarbeiten. Sie können so eine Nvidia-Blaupause für ihr Design einkaufen, müssen dies nicht selbst auf die Beine stellen – Amazons Annapurna Labs wird hier als Erstkunde genannt.
Wer am Ende aber für Nvidia welche Teile in welcher Technologie produziert, ist heute noch nicht bekannt. Letztlich dürfte es deshalb nicht überraschen, wenn bekannte Namen in dem Zusammenhang „plötzlich“ wieder auftauchen. Denn Chips allein fertigt Nvidia bekanntlich ja nicht.