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Marktbericht: Trendwende in der Chemieindustrie?
Die Chemiebranche zählt neben Autobranche und Maschinenbau zu Deutschlands wichtigsten Industrien. Der ifo-Branchenindex sendet heute ein starkes Erholungssignal. Trotzdem bleibt der DAX knapp unter seinem Rekord.
Schafft die deutsche Wirtschaft den Sprung aus der Wachstumskrise? In den vergangenen Tagen gab es einige ermutigende Signale. So fiel das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal mit plus 0,3 Prozent stärker aus als erwartet. Und die deutschen Exporte erreichten einen Höchstwert.
Der DAX ist mit einem Plus in den Handelstag gestartet. Bis zu seinem Rekordhoch ist es nicht mehr weit.
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Nun sendet auch die Chemiebranche ein Lebenszeichen. Zum ersten Mal seit vier Jahren bewerten die Chemieunternehmen ihre Geschäftslage wieder positiv, wie das Münchner ifo-Institut heute mitteilte.
Der Indikator stieg von minus 14,6 Punkten im Juli auf plus 11,6 Punkte. Der aus aktueller Geschäftslage und den Erwartungen für die kommenden Monate zusammengesetzte Indikator für das Geschäftsklima in der Branche stieg von minus 26,3 auf minus 2,4 Punkte.
Neben der Autoindustrie und dem Maschinenbau gehört die Chemiebranche zu Deutschlands wichtigsten Industriezweigen. Im vergangenen Jahr lag der Umsatz der Pharma- und Chemieindustrie bei rund 230 Milliarden Euro. Auch bei den Ausfuhren liegt die Branche weit vorn: Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden chemische Erzeugnisse mit einem Warenwert von 71,6 Milliarden Euro ins Ausland geliefert, 1,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Rund 545.000 Beschäftigte arbeiten in mehr als 2.100 Betrieben, heißt es vom Verband der Chemischen Industrie (VCI). Die Branche erwirtschafte knapp zehn Prozent des Umsatzes des Verarbeitenden Gewerbes und ist damit laut VCI die drittgrößte Industriebranche des Landes.
Bekannte Branchenvertreter sind die im DAX gelisteten Chemie- und Pharmakonzerne BASF und Bayer sowie der Chemikalienhändler Brenntag. Im MDAX, dem Index der mittelschweren Werte, finden sich Covestro, Wacker Chemie und Lanxess.
Wieso kommt es gerade angesichts hoher Energiepreise zu der Stimmungsaufhellung in einer energieintensiven Branche? Die Chemiekonzerne profitieren aktuell ausgerechnet von der Krise im Nahen Osten.
Es ist eine Art Sonderkonjunktur. "Die anhaltende Blockade der Straße von Hormus und die dadurch ausgelösten Lieferausfälle in Asien erhöhen die Nachfrage nach chemischen Erzeugnissen aus deutscher Produktion", sagte ifo-Branchenexpertin Anna Wolf. Da sich geopolitisch keine Entspannung abzeichne, rechneten die Unternehmen mit einer Fortsetzung dieser Sonderkonjunktur.