// GAMESTAR — GAMING
Science - Wie eine deutsche Formel-1-Ingenieurin mit einer einzigartigen KI selbst SpaceX altmodisch wirken lässt – doch jetzt reagiert Elon Musk
Der Wissenshunger von KI ist unersättlich. Daten und Fakten aller Form saugt sie auf. Richtig genutzt, eröffnen sich hierdurch für die Ingenieurswissenschaften verheißungsvolle Optionen – vor allem in Kombination mit 3D-Druck. (Adobe Firefly, generative KI)
Alles, was ihr jemals benutzt habt, nahm im Kopf von Menschen Form an. Wir entwarfen und bauten es – so läuft es seit mehr als zehntausend Jahren. Doch diese Epoche endet.
Ein Start-up demonstriert auf eindrückliche Weise, wie die Zukunft des Ingenieurwesens aussieht. Angefangen von Entwurf bis zur Fertigung begünstigen sich zwei Technologien, die erst gemeinsam ihr volles Potenzial entfalten: KI und 3D-Druck.
Wir stellen euch die erfolgreich erprobte Blaupause für eine neue Vision der Ingenieurswissenschaften vor: anstatt Jahre von Zeichenbrett bis Produkt, nur noch Wochen – ein Trend, der inzwischen auch bei einem der wertvollsten Unternehmen der Welt um sich greift, SpaceX.
44:19
»Künstliche Intelligenz ist die neue Elektrizität« - Wir busten mit einem Experten 5 Mythen zu KI
Vor einigen Jahren verantwortete sie die Aerodynamik von Lewis Hamiltons Weltmeisterauto bei Mercedes im Formel-1-Sport, heutzutage will sie Technikgeschichte schreiben: Josefine Lissner. Die Deutsche ist die eine Hälfte des Duos. Ihr Lebenspartner Lin Kayser vervollständigt Leap 71, deren wichtigste Mitarbeiter rein im Digitalen zu suchen sind.
Sie setzen nämlich auf einen neuen Ansatz: Künstliche Intelligenz, die selbst komplexeste Konstrukte entwerfen. Der Fachbegriff in der Branche hierfür lautet »Computational Engineering«. Der Rechenkern bei Leap 71 heißt Noyron. Das ist kein klassisches generatives Sprachmodell. Es entspricht mehr den KI-Werkzeugen, die wir euch hier schon mal vorgestellt haben:
Noyrons Spezialität liegt im Bereich Konstruktion von Geometrien. Stellt es euch vereinfacht so vor: Ingenieure geben ein Ziel vor, zum Beispiel ein Raketentriebwerk mit ungefähr umrissenen Leistungswerten. Hinzu kommen Angaben zu Fertigungsbeschränkungen, also was für Anlagen zur Verfügung stehen (Herstellung/Tests, etc.).
Ab hier übernimmt Noyron autonom den Entwurf, simuliert intern, was es konzipiert und gibt am Ende einen fertigungsreifen Plan aus. Dieser lässt sich in einem 3D-Drucker als Geometrie realisieren. Nach Ergänzung der nicht druckbaren Hardware wandert der Prototyp auf den Teststand und zündet.
Eben dieser geschilderte Vorgang lief bereits mehrmals erfolgreich durch – innerhalb von nur drei Wochen zwischen Eingabe der Startparameter und dem ersten Feuer. Klassischerweise nimmt dies Jahre in Anspruch. So entstanden komplett ohne menschliches Zutun bereits drei Raketentriebwerke: