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Estland: Behörden setzen auf Quarantäne für E-Mails von .ru-Domains
Viele staatliche Stellen in Estland schicken E-Mails von einer .ru-Domain jetzt in Quarantäne. Das dürfte in der russischsprachigen Minderheit viele treffen.
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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.
E-Mails von Adressen mit der Endung .ru werden in Estland nicht mehr von allen staatlichen Institutionen direkt empfangen, sondern landen zuerst in einer Quarantäne, wo sie zusätzlich geprüft werden. Das hat die estnische Justiz- und Digitalministerin Liisa-Ly Pakosta angekündigt, berichtet der Rundfunk ERR. Begründet wird der Schritt demnach mit einer exponentiellen Zunahme von Cyberangriffen seit 2022, ein großer Teil davon würde von Russland aus ausgeführt. Auch wenn sich nicht alle Behörden und Institutionen an dem Schritt beteiligen, dürfte er für viele Menschen Folgen haben, weil von den rund 1,3 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern viele einen E-Mail-Dienst aus dem großen Nachbarland nutzen. Das gilt primär für jene mit Russisch als Muttersprache.
Angesichts der steigenden Zahl von Cyberattacken müsse man die Verteidigung stärken und das tue man in verschiedenen Bereichen, zitiert der Eesti Rahvusringhääling (ERR) die Ministerin. Dank entschlossener Arbeit habe man die Cyberangriffe auf Estland bislang abwehren können, aber ähnliche Attacken seien in Lettland und Litauen erfolgreich gewesen: „Wir müssen unsere Cybersicherheit verbessern, und dies ist lediglich eine kleine Maßnahme im Rahmen der umfangreichen Arbeit, die wir zur Verbesserung der Cybersicherheit leisten“, hat sie demnach noch erklärt. Wie lange sich die Zustellung der E-Mails durch die neuen Maßnahmen verzögern wird, geht aus der Mitteilung nicht hervor.
Estland gilt europaweit seit Jahren als Vorreiter bei der Digitalisierung von Regierungsaufgaben, das Land nennt sich auch „E-Estonia“. Die rund 1,3 Millionen Bürgerinnen und Bürger des Ostseestaats können im Alltag alle Behördengänge über das Internet erledigen. Gleichzeitig gibt es in der ehemaligen Sowjetrepublik aber eine große russischsprachige Minderheit, fast ein Drittel der Bürgerinnen und Bürger haben Russisch als Muttersprache – mehr als 20 Prozent können kein Estnisch. Laut ERR ist vorrangig in dieser Gruppe eine russische E-Mail-Adresse verbreitet, aber auch im Rest der Bevölkerung hätten viele eine solche. Die Justiz des kleinen Landes hat demnach bereits angekündigt, E-Mails von einer .ru-Domain überhaupt nicht mehr zustellen zu wollen.
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