// EUROGAMER.DE — GAMING
Bei Don't Nod drohen erneut Entlassungen: "Transformationsinitiative" klingt verdächtig...
Das französische Entwicklerstudio reagiert mit einem „Transformationsplan“ auf finanzielle Engpässe nach schwachen Verkaufszahlen von Aphelion.
Der französische Entwickler und Publisher Don't Nod – bekannt für die Life is Strange-Reihe sowie Spiele wie Remember Me, Vampyr, Banishers, Jusant und zuletzt Aphelion – steht offenbar vor einer weiteren Entlassungswelle.
In einer Pressemitteilung des Unternehmens (via Resetera), kündigt Don't Nod eine „Transformationsinitiative“ an. Damit reagiert das Studio auf die „tiefgreifenden Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Videospielbranche“. Stellenstreichungen nennt das Studio nicht direkt beim Namen. Doch der Hinweis auf ein Treffen am Donnerstag, den 3. September, spricht eine deutliche Sprache: Don't Nod erwähnt darin einen „Job-Erhaltungsplan“ sowie „Verhandlungen mit der zuständigen Gewerkschaft“. Das klingt alles andere als rosig.
Aufgrund tiefgreifender Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Videospielbranche und deren Finanzierung sowie verschlechterter wirtschaftlicher Kennzahlen der Gruppe hält das Unternehmen eine Anpassung seines Betriebsmodells für notwendig.
In diesem Zusammenhang hat die Unternehmensleitung die Arbeitnehmervertreter zu einer Sitzung am Donnerstag, den 3. September 2026, eingeladen. Dies ist das erste Treffen im Rahmen des Informations- und Konsultationsverfahrens mit dem Sozial- und Wirtschaftsausschuss (CSE) vor der möglichen Umsetzung eines Beschäftigungssicherungsplans. Gleichzeitig hat die Unternehmensleitung Verhandlungen mit der Gewerkschaft aufgenommen, die die Beschäftigten im Unternehmen vertritt.
Im Anschluss an die Sitzungen des Verwaltungsrats und der Arbeitnehmervertretungen wird das Unternehmen dem Markt am Donnerstag, den 3. September 2026 (nach Börsenschluss), gemäß den regulatorischen Offenlegungspflichten die Kernpunkte und nächsten Schritte des Transformationsplans bekannt geben.“
Es ist nicht das erste Mal in den letzten Jahren, dass Don't Nod Mitarbeiter entlassen muss. Bereits vor rund einem Jahr strich das Studio Stellen in seiner kanadischen Niederlassung in Montreal. Überraschend kommt diese Entwicklung also nicht. Schon im Juni räumte Don't Nod ein, dass das Geld knapp wird. Grund dafür waren offenbar die enttäuschenden Verkaufszahlen des im April erschienenen Weltraum-Action-Adventures Aphelion.
Wie es für Don't Nod nun weitergeht, lässt sich schwer abschätzen. Kann das Studio überhaupt noch neue Spiele entwickeln – und wenn ja, in welchem Umfang? Berichten zufolge hat das Team die Pläne für das aktuelle Projekt P14 bereits deutlich zusammengestrichen. Wir haben Don't Nod um eine Stellungnahme gebeten.
Eurogamer hat Aphelion zwar nicht getestet, ebenso wenig wie unsere Schwesterseiten Rock, Paper, Shotgun oder IGN. Ein Blick auf Metacritic zeigt jedoch eher durchschnittliche Bewertungen. Im Spiel begleitet ihr zwei Astronauten auf der Jagd über den Planeten Persephone, wobei beide Charaktere grundverschiedene Gameplay-Mechaniken bieten. Falls ihr neugierig seid: Der Titel ist meines Wissens direkt im Game Pass gelandet.