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Rückschlag für Finnlands Kampf gegen Wohnungslosigkeit
Finnland galt lange als Vorbild im Kampf gegen Wohnungslosigkeit. Doch nun steigt die Zahl der Obdachlosen wieder. Die konservative Regierung kürzt Sozialleistungen und investiert weniger in sozialen Wohnungsbau.
"Velho" Senkel öffnet die Tür seiner kleinen Zweizimmerwohnung im Erdgeschoss. Hier lebt der 67-Jährige seit einigen Jahren. Es ist sein Zuhause - und das war lange nicht selbstverständlich.
"Es war alles gut, bis meine Frau starb, dann habe ich den Job verloren und alles ging bergab", erzählt "Velho". Er habe keine Miete mehr bezahlen können und sei depressiv geworden. Eines Tages sei der Gerichtsvollzieher gekommen und habe gesagt: "In 15 Minuten bist du draußen." Dann sei er zehn Tage auf der Straße gewesen.
"Velho" bekommt schließlich Hilfe. Heute lebt er in einer Wohnanlage mit 76 Wohnungen. Rund um die Uhr sind Sozialarbeiter da, helfen bei Anträgen und Behördengängen.
Europamagazin
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Das Prinzip dahinter heißt "Housing First", wie Juha Kahila von der Obdachlosenhilfsorganisation Y-Säätiö erklärt: Wenn jemand obdachlos sei oder Gefahr laufe, obdachlos zu werden, brauche er als Erstes ein Zuhause, mit genau auf ihn zugeschnittenen Unterstützungsangeboten.
Früher war es umgekehrt, sagt Kahila: Erst hätten psychische Probleme oder Sucht behandelt werden müssen, "die eigene Wohnung war der letzte Schritt".
Finnland hat dieses Prinzip seit 2008 konsequent verfolgt. Notunterkünfte sollten möglichst durch dauerhaften Wohnraum ersetzt werden. Lange funktionierte das: Zwischen 2012 und 2023 sank die Zahl der Wohnungslosen von etwa 8.000 auf rund 3.400.
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