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Brian Ward, CEO der saudi-arabischen Savvy Games Group, tritt zurück
Nach Milliarden-Deals um Scopely und Niantic verlässt der Firmenchef den saudi-arabischen Gaming-Konzern. Erstmal übernimmt PIF-Vize Turqi Alnowaiser.
Brian Ward, CEO der vom saudi-arabischen Staat geführten Savvy Games Group, hat seinen Posten geräumt. Während seiner Amtszeit verantwortete er Investitionen in Höhe von 38 Milliarden US-Dollar in verschiedene Gaming-Unternehmen – darunter Pokémon-Go-Entwickler Niantic und Monopoly-Go-Macher Scopely.
In einer Nachricht an die Belegschaft, die Bloomberg vorliegt, schrieb Ward: „Savvy bricht in seine nächste Wachstumsphase auf. Für diese Transformation ist jetzt der richtige Zeitpunkt für eine neue Führung.“ Vorübergehend übernimmt Turqi Alnowaiser seine Aufgaben. Er ist stellvertretender Gouverneur des Public Investment Fund (PIF) und leitet dort die Abteilung für internationale Investitionen.
Wards Zeit an der Spitze der Savvy Games Group war von Erfolgen, aber auch von Rückschlägen geprägt. Das Unternehmen kaufte 2025 für 3,5 Milliarden Dollar Niantic – beflügelt vom gewaltigen Erfolg von Pokémon Go. Noch davor ließ sich das Studio Scopely satte 4,9 Milliarden Dollar kosten, die vor allem für das extrem erfolgreiche Mobile-Game Monopoly Go bekannt sind. Außerdem steckte die Savvy Games Group Unmengen Geld in den E-Sport. Dieses Segment wirft bislang kaum Gewinne ab und dient dem saudi-arabischen Staat über das Event Esports World Cup eher als Marketinginstrument. Aufgrund der jüngsten politischen Unruhen im Nahen Osten verlegte man das neueste Turnier übrigens von Riad nach Paris.
Die Savvy Games Group ist die Games-Sparte des saudi-arabischen Staatsfonds Public Investment Fund (PIF). Sie soll im Rahmen der Initiative „Vision 2030“ die wirtschaftliche Abhängigkeit des Landes vom Öl verringern und Saudi-Arabien zu einem globalen Gaming-Hub aufbauen.
Der Rücktritt erfolgt kurz nach dem spektakulären Buy-out von EA für unfassbare 55 Milliarden Dollar durch Saudi-Arabien. Es ist die bisher größte Investition des Landes in die Spielebranche und die größte Übernahme dieser Art in der Geschichte. Wie Insider gegenüber Bloomberg berichten, sorgt dieser Deal intern bei Savvy für Unruhe. Man sorgt sich darum, wie die beiden saudi-arabischen Gaming-Riesen künftig nebeneinander geführt werden sollen.
George Osborn, Autor des Buchs Power Play und Verfasser des Branchen-Newsletters games industry memo, erklärt im Gespräch mit Eurogamer: „Objektiv betrachtet hat er in einem schwierigen Umfeld einen guten Job gemacht. Wie auch immer man zur Politik dahinter steht – meine Haltung dazu könnt ihr in Power Play nachlesen –, Ward hat seine Aufgaben offenbar gewissenhaft erledigt.“
„Verglichen mit saudi-arabischen Investitionen in anderen Branchen hat Savvy eine vernünftige Balance gefunden. Sie haben kluge, wertsteigernde Übernahmen getätigt und gleichzeitig die Infastruktur ausgebaut. Der Kauf von Scopely war ein echter Volltreffer. Zur rechten Zeit den Geldhahn für Embracer zuzudrehen, bewies zudem Disziplin. Ward hat für den saudi-arabischen Staat letztlich ein beeindruckendes Portfolio aufgebaut. Ob das nach seinem Abgang so bestehen bleibt, steht auf einem anderen Blatt.“
Was die Zukunft der Savvy Games Group angeht, verweist Osborn auf die ungewöhnliche Rolle des Unternehmens im Vergleich zu anderen saudi-arabischen Gaming-Projekten.
„Savvy fehlt das weltweite Ansehen eines Riesen wie EA. Zugleich fehlt der finanzielle Hebel des Public Investment Fund, weshalb nun auch einer dessen stellvertretender Gouverneure interimistisch das Ruder übernimmt“, so Osborn. „Außerdem steht das Unternehmen im Zentrum einer kostspieligen Strategie – und das ausgerechnet in einer Phase, in der der Staat den Gürtel enger schnallt.“