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Ist der Hype um Shein & Co. vorbei?
Der chinesische Billig-Onlinehändler Shein verpatzt sein Börsendebut. Die Zeiten des hohen Wachstums scheinen für das Unternehmen vorbei zu sein. Im Fokus von Investoren sind andere Branchen.
In China gab es diesen Sommer gleich zwei höchst spektakuläre Börsengänge: Die Aktien des Roboterbauers Unitree und des Speicherchip-Herstellers CXMT schossen zum Börsenstart bis zu 600 Prozent nach oben. Heute hat der chinesische Onlinehändler Shein den Sprung an die Börse in Hongkong gewagt. Und enttäuschte eher.
Dieser Börsengang habe sicher keinen "besonderen Glanz" entwickelt, sagt Chris-Oliver Schickentanz, Kapitalmarktstratege der Capitell Vermögens-Management AG, im Gespräch mit der ARD-Finanzredaktion. Die Aktie notierte schon direkt nach dem Handelsstart im Minus, die Euphorie blieb im Fall von Shein aus.
Der chinesische Billigmodehändler Shein hat bei seinem Börsengang in Hongkong enttäuscht.
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Shein wurde bei einem Ausgabepreis von 48,56 Hongkong-Dollar mit rund 26,5 Milliarden Dollar bewertet. Vor vier Jahren noch war Shein zeitweise mit rund 100 Milliarden Dollar bewertet worden - wäre also fast viermal so viel wert gewesen wie beim jetzigen Börsengang.
Was hat das Unternehmen mit dem Geld vor, das an der Börse eingesammelt wurde? "Shein möchte einen Großteil des Erlöses in Infrastruktur und eine Verbesserung der Lieferketten investieren", erklärt Schickentanz.
Bei Shein seien die Zeiten des hohen Wachstums jedoch vorbei. "Wenn wir uns die Zahlen aus dem ersten Quartal angucken, hatten wir gerade noch ein Prozent Umsatzwachstum", so der Kapitalmarktstratege. Das Unternehmen habe sogar wegen steigender Kosten einen Verlust erwirtschaftet. "Das sind keine Zahlen, mit denen man viele Anleger hinter dem Ofen hervorlocken kann."
Die EU-Kommission geht wegen des Verkaufs illegaler Produkte gegen den chinesischen Händler AliExpress vor.
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Außerdem wird das Geschäft für chinesische Online-Händler wie Shein, Temu schwieriger. Die USA und Europa gehen stärker gegen die extrem billigen Direktimporte aus China vor. Um den heimischen Markt vor einer Flut an Billigprodukten aus China zu schützen, gilt seit dem 1. Juli in der EU für kleine Sendungen unter 150 Euro eine pauschale Zollabgabe von drei Euro.
Der Handelsexperte Boris Planer sieht dahingehend allerdings noch keine Veränderung für den innereuropäischen Markt: "Shein verkauft vor allem günstige und schnelle Mode. Temu ist ein Marktplatz für sehr breite Sortimente im Niedrigpreisbereich und der Direktversand aus China ermöglicht es den Plattformen, zu besonders niedrigen Preisen zu verkaufen."