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Chinas Speicherhersteller geben Vollgas
CXMT stellt bereits LPDDR6-DRAM her und offenbar auch HBM3e. YMTC will beim NAND-Flash für SSDs Weltmarktführer werden.
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Der größte chinesische Hersteller von Dynamic Random Access Memory (DRAM) ist bereits bei der neuen Mobilgeneration LPDDR6 angelangt. ChangXin Memory Technologies (CXMT) stellt diesen Low-Power-Speicher für Xiaomis Smartphone-Topmodell 18 Fold her, das in den kommenden Wochen mit dem vielversprechenden 10-Kern-Prozessor Xring O3 erscheint.
Das haben CXMT und Xiaomi über die Social-Media-Plattform Weibo bestätigt. Im Xiaomi 18 Fold sollen mindestens 16 GByte LPDDR6-10667-Speicher sitzen. Die Taktfrequenz ist zwar identisch zu aktuellen Bausteinen der Vorgängergeneration LPDDR5X, allerdings verbreitert LPDDR6 die Kanalbreite von 16 auf 24 Bit. Mit vier Kanälen (96 Bit insgesamt) reicht das für eine Übertragungsrate von fast 114 GByte/s im Smartphone. Hohe Speichergeschwindigkeit kommt insbesondere der Grafikeinheit zugute, etwa in Mobilspielen.
Laut The Information soll CXMT auch schon das High Bandwidth Memory HBM3e herstellen können. Dieser besonders schnelle Speichertyp ist primär für KI-Beschleuniger gedacht und hinkt den Weltmarktführern Samsung, SK Hynix sowie Micron nur eine Generation hinterher.
Insbesondere bei HBM steckt der Teufel allerdings im Detail. Es gibt keine Details zu Taktfrequenzen und Energieeffizienz von CXMTs Bausteinen. Beim Schritt zu HBM4 hängt der Hersteller maßgeblich von externen Chipauftragsfertigern ab, also SMIC und Huawei in China. Bei HBM4 stellen Firmen die DRAM-Speicherlagen und die Logikbasis zur Ansteuerung getrennt her, um jeweils optimierte Fertigungsprozesse einzusetzen. Für nicht chinesische Speicherfirmen stellt auch der taiwanische Weltmarktführer TSMC sogenannte Base-Dies her.
Ungemach könnte CXMT aufgrund eines Gerichtsprozesses in Südkorea drohen. Demnach hat die Firma womöglich schon bei der Gründung darauf abgezielt, die eigene Speicherproduktion mithilfe gestohlenen geistigen Eigentums von Samsung zu starten. Korea JoongAng Daily fasst den derzeitigen Stand zusammen.
Im April wurden bereits zwei Ingenieure zu 6,3 und 7 Jahren Haft verurteilt, die von Samsung zu CXMT gewechselt waren. Der separat laufende Prozess zu CXMTs Gründungszeit könnte im Ernstfall Verkaufsverbote nach sich ziehen, zumindest außerhalb Chinas. Den meisten Umsatz macht die Firma allerdings in China selbst.
Sowohl CXMT als auch der chinesische NAND-Flash-Hersteller Yangtze Memory Technologies Co. (YMTC) profitieren derweil von der weltweiten Speicherkrise, ausgelöst durch den enormen Bedarf in KI-Rechenzentren. CXMT ist seit seinem Börsengang verpflichtet, Geschäftsberichte zu veröffentlichen.
Im ersten Halbjahr 2026 hat das Unternehmen 150 Milliarden Yuan umgesetzt, umgerechnet etwa 19,3 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 874 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025. Aus einem Nettominus von 296 Millionen Euro wurde so ein Plus von 10 Milliarden Euro.