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Thunderbird stellt Exchange Online auf Microsoft Graph um
Thunderbird bindet M365-Postfächer nativ über die Microsoft Graph API an. Das macht einen manuellen Wechsel für EWS-Konten nötig.
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Thunderbird kann M365-Postfächer jetzt nativ über die Microsoft Graph API anbinden. Die neue Graph-Anbindung soll sicherstellen, dass Thunderbird auch nach dem schrittweisen EWS-Aus in Exchange Online weiter mit M365 funktioniert. Microsoft beginnt damit im Oktober 2026. Für bereits per EWS eingerichtete M365-Konten ist allerdings ein manueller Wechsel nötig: Thunderbird migriert Konten nicht automatisch.
Bislang setzte Thunderbird für die native Exchange-Anbindung auf EWS, zunächst mit eingeschränktem Funktionsumfang ab Version 145. EWS ist eine SOAP-basierte Programmierschnittstelle für Exchange, über die Clients unter anderem E-Mails, Ordner und Kalenderdaten abrufen können. IMAP bleibt eine Alternative: Erlaubt die eigene Organisation den Zugriff, funktioniert das standardisierte Mailprotokoll wie gehabt.
Die neue Anbindung richtet sich also ausschließlich an Thunderbird-Nutzer mit M365 beziehungsweise Exchange Online, deren Organisation IMAP gesperrt hat und die bislang EWS verwenden. Microsoft Graph ist Microsofts REST-basierte Schnittstelle für Dienste der M365-Cloud. Microsoft will EWS nur in Exchange Online ablösen; lokale Exchange-Installationen sind von dieser Umstellung explizit nicht betroffen.
Für drei Konstellationen nennt das Thunderbird-Team unterschiedliche Empfehlungen: IMAP-Nutzer müssen nichts ändern, unabhängig davon, ob ihr Postfach auf einem lokalen Exchange-Server oder bei M365 liegt. Auch EWS-Nutzer mit lokal betriebenem Exchange können die bestehende Konfiguration weiterverwenden. Nur EWS-Konten bei M365 müssen auf Graph wechseln. Microsoft Graph steht nach Angaben des Projekts nicht für lokale Exchange-Server bereit; dort bleibt EWS die maßgebliche Anbindung.
Der Wechsel erfolgt nicht innerhalb eines vorhandenen Kontos. Anwender sollen ihr bisheriges EWS-Konto zunächst in Thunderbird löschen und anschließend im Account Hub neu einrichten. Das Löschen entfernt laut Thunderbird nur die lokale Kontokonfiguration, nicht jedoch Nachrichten oder andere Daten aus dem M365-Postfach.
Bei der Einrichtung soll Thunderbird erkennen, dass die Adresse zu M365 gehört, und die Option „Microsoft Graph“ anbieten. Falls die automatische Erkennung scheitert, lässt sich die Verbindung manuell konfigurieren. Details beschreibt das Thunderbird-Team in seinem Beitrag zur Unterstützung der Microsoft Graph API.
Die Graph-Anbindung deckt zunächst ausschließlich E-Mail ab. Kalender und Adressbuch lassen sich weder über EWS noch über Graph mit Thunderbird synchronisieren. Das Projekt arbeitet nach eigenen Angaben bereits an der Kalenderanbindung über Graph, nennt dafür aber keinen Veröffentlichungstermin.
Thunderbird hat Graph im regulären Release-Kanal ab Version 154 aktiviert. Die aktuelle Extended-Support-Release-Version 153 unterstützt dagegen nur EWS. Nutzer von M365, die den ESR-Kanal einsetzen und auf die neue Schnittstelle angewiesen sind, müssen deshalb in den Release-Kanal wechseln.