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Persönlichkeit des Menschen hängt mit 1.257 Genvarianten zusammen
Kein einzelnes Persönlichkeitsgen, sondern ein Mosaik aus vielen kleinen DNA-Effekten: Eine Analyse von 46 Kohorten hat 1.257 Genvarianten mit den Big Five verknüpft. Die Signale erwiesen sich über Alter, Messmethoden und Regionen hinweg als stabil und überlappten zudem mit Gesundheit, Bildung, Beruf und weiteren Lebensbereichen.
East Lansing (U.S.A.). Persönlichkeit entsteht aus einem Zusammenspiel von Anlage und Erfahrung. Wie stark einzelne DNA-Unterschiede zu den fünf großen Persönlichkeitsdimensionen beitragen und ob solche Genbezüge in verschiedenen Gruppen stabil bleiben, war bisher jedoch nur begrenzt geklärt.
Forscher der Michigan State University (MSU) um Dr. Ted Schwaba haben dafür Daten aus 46 Forschungskohorten zusammengeführt. Untersucht wurden die Big Five: Extraversion, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit, Neurotizismus und Offenheit für Erfahrungen. Je nach Merkmal gingen Daten von rund 611.000 bis 1,14 Millionen Menschen in die genomweiten Assoziationsanalysen ein.
Die Analysen identifizierten 1.257 führende genetische Varianten, die statistisch mit mindestens einem der fünf Persönlichkeitsmerkmale zusammenhingen. 823 dieser Signale waren in früheren Untersuchungen noch nicht beschrieben worden. Entscheidend ist dabei die Größenordnung: Der Einfluss jeder einzelnen Variante ist sehr klein. Erst viele Varianten gemeinsam ergeben ein messbares genetisches Muster.
Häufige genetische Varianten erklärten je nach Persönlichkeitsmerkmal 4,8 bis 9,3 Prozent der beobachteten Unterschiede. Berücksichtigten die Forscher zusätzlich, dass Persönlichkeitstests nicht vollkommen zuverlässig messen, stieg dieser Anteil auf 10,5 bis 16,2 Prozent. Diese Werte beschreiben den in den analysierten häufigen Varianten erfassbaren Anteil und sind keine Aussage darüber, wie stark die Persönlichkeit eines einzelnen Menschen genetisch festgelegt ist.
Ein zentrales Ziel war zu prüfen, ob die genetischen Zusammenhänge nur in einzelnen Datensätzen auftreten. Das war kaum der Fall: Die Effekte blieben über geografische Regionen, Altersgruppen, unterschiedliche Fragebögen sowie Selbst- und Fremdeinschätzungen hinweg weitgehend konsistent. Auch Hinweise darauf, dass Menschen mit ähnlicher Persönlichkeit besonders häufig miteinander Kinder bekommen und dadurch die Signale verzerren, waren gering.
Zusätzlich wertete das Team Daten von rund 51.000 Menschen in familienbasierten Analysen aus. Dabei werden genetische Unterschiede innerhalb von Familien verglichen, wodurch Einflüsse der gemeinsam geteilten Herkunft besser kontrolliert werden können. Die DNA-Persönlichkeitsbezüge blieben dabei weitgehend bestehen, was allerdings nicht bedeutet, dass die Familienumwelt für Persönlichkeit unwichtig wäre. Es spricht vielmehr dagegen, dass die gefundenen genetischen Assoziationen überwiegend durch eine gemeinsam geteilte Familienumwelt vorgetäuscht werden.
Die Forscher verglichen die genetischen Muster der Big Five außerdem mit zahlreichen anderen Merkmalen. Dabei zeigten sich Überschneidungen mit psychischer und körperlicher Gesundheit, Lebensdauer, Bildung, Berufswegen und der Wahrnehmung durch nahestehende Menschen. Genvarianten, die mit Gewissenhaftigkeit zusammenhingen, waren beispielsweise auch mit mehr Aktivität am Tag verbunden. Varianten für Offenheit und Extraversion überlappten dagegen mit einer stärkeren Tendenz zum späten Tagesrhythmus.
Auch räumliche und berufliche Lebenswege tauchten in den Analysen auf: Ein genetisches Muster für Offenheit sagte etwa mit voraus, ob Menschen später in kosmopolitischere Wohngegenden zogen. Andere Überschneidungen betrafen Einkommen, Jobwechsel oder Krankenhausaufenthalte, doch solche Zusammenhänge sind keine genetischen Schicksalslinien. Polygenische Vorhersagen beschreiben Wahrscheinlichkeiten in Gruppen und erlauben keine verlässliche Vorhersage der Persönlichkeit oder des Lebenswegs einer einzelnen Person.
Analysen mittels Mendelscher Randomisierung, die genetische Varianten als statistische Wer