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LNG aus den USA: Droht die nächste Abhängigkeit beim Gas?
Die deutschen Gasspeicher sind so leer wie nie um diese Zeit. Auch darum werden LNG-Lieferungen immer wichtiger. Doch das Flüssiggas kommt vor allem aus den USA. Ist das ein Risiko?
Eigentlich war das Thema Gasversorgung zuletzt in den Hintergrund gerückt. Immerhin haben nach dem Preisschock infolge des Ukraine-Kriegs und der ausgefallenen Lieferungen aus Russland neu gebaute LNG-Terminals an den Küsten die Gasversorgung hierzulande sichergestellt. Doch nun rückt das Thema wieder in den Fokus. Denn trotz der Maßnahmen in den vergangenen Jahren sind die Gasspeicher aktuell leerer, als sie um diese Jahreszeit sein sollten.
Die Speicher sind laut Bundesnetzagentur derzeit nur zu etwas mehr als 50 Prozent gefüllt - zu wenig, um den Bedarf daraus zu decken, erklärte Klaus Müller, Chef der Bundesnetzagentur, jüngst in einem Interview mit der ZEIT: "Ein Füllstand von 50 Prozent entspricht rund 123 Terawattstunden", vergangenen Winter habe der "Verbrauch Deutschlands nur aus den Speichern etwa bei 135 Terawattstunden" gelegen.
Im Klartext heißt das also: Die Vorräte reichen nicht und die Bedeutung von Gasimporten dürfte in den kommenden Monaten immer wichtiger werden. Immerhin steht die Heizperiode bevor.
Deutschland nutzt für diese Importe zum einen Pipelines aus Norwegen, Belgien und den Niederlanden. Immer wichtiger wird aber auch Flüssiggas. Im vergangenen Jahr waren 10,3 Prozent der deutschen Gasimporte LNG-Lieferungen, die über Terminals in Wilhelmshaven, Brunsbüttel, Lubmin und Mukran nach Deutschland kamen.
In Wahrheit dürfte die deutsche Abhängigkeit von LNG allerdings noch größer sein. Denn laut Bundesnetzagentur ist es sehr wahrscheinlich, dass das Gas, das aus Belgien und den Niederlanden kommt, dort als LNG ankam. "Die tatsächliche Bedeutung von LNG für Deutschland ist daher etwas größer, als es die direkten deutschen Importzahlen vermuten lassen", betont auch Mario Liebensteiner, Experte für Energiemärkte und Energiesystemanalyse an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, gegenüber der ARD-Finanzredaktion.
Die Gaspreise in Europa ziehen an, auf den höchsten Stand seit drei Jahren.
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Ursprünglich sollte eine Zunahme von LNG-Lieferungen die Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten verringern - denn über die Terminals kann Flüssigerdgas nach Angaben der Bundesnetzagentur "aus unterschiedlichen Ländern flexibel bezogen werden". Damit unterscheidet es sich fundamental von Pipeline-Gas. Die Realität ist allerdings eine andere, denn beim LNG hat sich Deutschland längst in die nächste Abhängigkeit begeben: Nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft stammten 2025 rund 96 Prozent der deutschen LNG-Importe aus den USA.
Das hat laut Liebensteiner vor allem praktische Gründe, denn die USA sind der weltweit größte LNG-Exporteur. "Hinzu kommt, dass viele amerikanische LNG-Verträge relativ flexibel sind. Für Europa sind die USA zudem geografisch vergleichsweise günstig gelegen", sagt der Experte.
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27.08.2026