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Glücksgefühle-Festival entschuldigt sich nach Ausladung von Alphaville – und lädt die Band wieder ein
Nach der Absage eines Auftritts von Alphaville (»Forever Young«) aus Sorge vor politischen Äußerungen der Band beim Glücksgefühle-Festival auf dem Hockenheimring rudert der Veranstalter nun zurück.
Festival-Chef Markus Krampe hat sich via »Bild« öffentlich für das Vorgehen entschuldigt. »Wie wir gehandelt haben, war in der Tat ein Fehler. Das tut mir leid. Meinungsfreiheit ist das höchste Gut, das wir in Deutschland haben, sie ist zu schützen«, wird Krampe von der »Bild« zitiert.
Das Festival sei für ihn kein politischer Ort, »sondern ein Ort der Musik, der Begegnungen und gemeinsamer Erlebnisse«, sagte Krampe. Gleichzeitig respektiere er, wenn Alphaville für ihre Überzeugungen eintreten.
Man lade Alphaville ein, »wie geplant Teil des Festivals zu sein. Nicht als Zeichen eines Nachgebens, sondern als bewusste Entscheidung für das, was uns verbindet«, sagte Krampe demnach weiter.
Die Veranstalter hatten zunächst erklärt, dass das Verhalten von Alphaville inakzeptabel sei. »Wir lassen uns nicht in irgendeine politische Ecke drängen und werden uns hier mit allen Mitteln wehren.« Das Festival sei komplett unpolitisch – »und das gilt unabhängig davon, in welche politische Richtung eine Äußerung geht: für rechts, für links oder für jede andere politische Richtung«.
Zuvor wurden die Veranstalter von verschiedenen Seiten kritisiert. Diese hatten den für Freitag geplanten Auftritt abgesagt, weil man sich mit der Band nicht darauf habe einigen können, »politische Äußerungen auf unserer Bühne zu unterlassen«. Laut dem Bandmanager geht es um Aussagen gegen rechts und für Demokratie.
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»Letztendlich ist es so, dass wir das schon extrem fragwürdig finden und auch absurd, jemanden auszuladen, der sich gegen die AfD äußert oder gegen Trump oder wie auch immer. Jemand, der stabil ist für die Demokratie«, sagte Campino, Frontmann der Toten Hosen, bei einem Konzert in Münster. Da sei eine »neue Grenze überschritten und eingerissen.«
Sänger Mateo von der Band Culcha Candela, die am Samstag beim Glücksgefühle-Festival auftreten soll, bewertete die Entscheidung der Organisatoren als ein kompliziertes Verhältnis zur Demokratie, »Level AfD-Hauptsponsor«. »Leben wir schon in Russland oder ist es noch Deutschland, die BRD, Demokratie?«, fragte er. »Also gestern waren wir noch Demokratie und Meinungsfreiheit.«
Culcha Candela sage bei jedem Auftritt, was sie von der AfD halte, sagte der Musiker. »Und das werden wir, falls wir bis dahin nicht ausgeladen werden, auch auf dieser Bühne sagen. Und zwar lauter denn je.«