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App-Tracking-Schutz: Milliardenklage gegen Apple von britischen Entwicklern
Wenn User nicht über Apps hinweg verfolgt werden wollen, bietet Apple dafür einen Schalter. Britische Entwickler gehen nun dagegen vor – wie schon Marktwächter.
Apple droht in Großbritannien eine weitere Milliardenklage: Nach einem Verfahren wegen des iCloud-Lock-ins auf Apples Plattformen, bei dem jedem britischen Nutzer bis zu 77 Pfund zugesprochen werden könnte, versucht es nun eine Gruppe von Entwicklern, die gegen Apples Tracking-Blockade ATT (App Tracking Transparency) vorgeht. Eine entsprechende Klage, die bis zu 2 Milliarden britische Pfund (2,3 Milliarden Euro) an Strafzahlungen fordert, wurde vor dem Competition Appeal Tribunal in London, das sich um Wettbewerbsrechtssachen kümmert, eingereicht. Die Entwickler glauben, dass ATT dazu führt, dass Apple gegenüber Developern auf der Plattform einen unfairen Wettbewerb im Werbegeschäft hat.
ATT wurde in diversen Ländern angegriffen, allerdings vor allem von der Werbeindustrie, Verlagen sowie Wettbewerbsbehörden unter anderem in Frankreich, Polen und Italien. Dabei gab es auch schon Strafzahlungsbeschlüsse in dreistelliger Millionenhöhe. In Deutschland hatte Apple sich zuletzt mit dem Bundeskartellamt geeinigt, die im Betriebssystem angezeigten Warnungen abzuschwächen.
Will eine App Nutzer über Anwendungen hinweg mit Methoden des iOS-Betriebssystems tracken, müssen Entwickler seit 2021 eine Genehmigung von Nutzern einholen. Naturgemäß stimmen dem viele User nicht zu. Wettbewerbshüter glauben, Apple selbst falle nicht unter diese Bedingungen und könne eine geräteweite Verfolgung umsetzen. Der Konzern hatte stets betont, dass dies aufgrund seiner Datenschutzbedingungen nicht geschehe. Die klagenden Entwickler in Großbritannien glauben das nicht. ATT führe zu „sehr deutlichen Schäden für Unternehmen, die von Apple als Gatekeeper abhängen“.
Bei dem Verfahren gehe es darum, dass Apples Regeln fair blieben und Firmen für bisherige Verluste kompensiert würden, so die Klage, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Apple gab an, man folge „den genau gleichen Regeln wie alle Entwickler“. Der Konzern betonte, ATT sei ein Weg für die Nutzer, zu kontrollieren, ob Apps ihre Aktivitäten tracken könnten.
Die Klage gegen Apple wird von einer ehemaligen Mitarbeiterin der britischen Wettbewerbsbehörde CMA (Competition and Markets Authority) angeführt. Es ist unklar, welche Chancen sie hat. Bei einer weiteren Klage gegen iCloud, die eine Verbraucherschutzorganisation gestartet hatte, geht es um die Frage, ob iCloud ein Zwang für Apple-Nutzer sei und den Kunden zu wenig Speicherplatz gibt. Hier könnte Apple schließlich Milliarden an Kunden in Großbritannien ausschütten müssen.
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