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OpenAI veröffentlicht ChatGPT-6
(C) unter Verwendung eines Motivs von Andrei Suslov / 123RF.com
OpenAI hat mit ChatGPT-6 Astra sein bisher leistungsstärkstes Modell auf den Markt gebracht.
Zugleich betont der Hersteller bereits bei der Einführung, dass man die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt habe, um zu verhindern, dass das Modell anders als beabsichtigt agiert. Mit Astra sieht sich OpenAI jedenfalls wieder an der Spitze, nachdem Anthropic zuletzt mit Mythos und Fable Eindruck hinterlassen hatte. Laut Top-Manager Greg Brockman könne das Modell die Ära der starken KI (AGI) einläuten, in der die KI Menschen in allen Belangen mindestens ebenbürtig ist.
Herausragende Benchmarkergebnisse verdeutlichen den Leistungssprung: Im Sandbox-Bench (Zero-Day-Lücken) löste Astra 10 von 22 Aufgaben, der Vorgänger ChatGPT-5.6 Sol hatte nur eine Aufgabe geschafft. Im SRE-Bench (Site-Reliability-Engineering-Aufgaben) kam Astra auf 99,2 Prozent – verbrauchte allerdings nur ein Viertel der Token die Vorgänger Sol benötigt hatte. Das Modell brillierte weiterhin in Bereichen wie Mathematik (97,6 Prozent auf FrontierMath Tier 4 v2), Software-Engineering (74,1 Prozent auf DeepSWE v1.1) oder Expertenwissen (96 Prozent auf GPQA Diamond). Zudem soll Astra den Computer so gut bedienen können wie ein Mensch. Im zugehörigen Benchmark OSWorld 2.0 erreichte es 72,6 Prozent, der Vorgänger war nur auf 65,7 Prozent gekommen und war zudem langsamer.
Allerdings erweist sich am Beispiel Astra, dass Modelle dieser Leistungsklasse immer schwerer kontrollierbar sind. Bislang stützte man sich dabei vor allem auf die Auswertung der Gedankenkette (Chain-of-Thought), doch sie kann Astra selbst verkürzen und Schritte weglassen, die die wahre Absicht enthüllen könnten. Aufgefordert, seine Schritte zu verbergen, war Astra zu mehr als 60 Prozent erfolgreich – der Vorgänger kam auf nur 16 Prozent. Ohne das ausdrückliche Verbot schädlicher Aktionen, versuchte Astra in 60 von 499 Testläufen, Schadcode über gefälschte Benutzerprofile in fremde Open-Source-Objekte einzuschmuggeln. Und auch ein klares Verbot verhinderte dieses Verhalten in zwei Fällen nicht. OpenAI reagierte mit einer Echtzeitüberwachung in ChatGPT, Codex und der API.
ChatGPT-6 Astra wird zunächst an ausgewählte Organisationen ausgerollt, danach sollen die Kunden der ChatGPT Plus-, Pro-, Business- und Enterprise-Subskriptionen folgen. Auch Cloudanbieter wie AWS oder Azure werden dann bedient.
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