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GoPro wird Rüstungskamera – die Fotonews der Woche KW 36
GoPro fusioniert mit Rüstungsfirma, Fotojournalismus trauert um Leroy, Alamy verärgert Stockfotografen und Adobe bringt Glow-Effekt in Camera Raw.
Wenn eine Actionkamera plötzlich zur Drohnenkamera wird, ist das wohl weniger ein „GoPro-Moment“ als vielmehr ein Abschied von allem, wofür die Marke einst stand. Denn die Firma, die Extremsportler zu Filmemachern machte und deren Kameras an Helmen, Surfbrettern und Fallschirmen hingen, gehört künftig zur Rüstungsindustrie. Das ist keine Übertreibung, sondern das Ergebnis einer 285-Millionen-Dollar-Fusion, die diese Woche bekannt wurde.
GoPro wird von Starman Optical übernommen, einem Unternehmen, das sich auf optische Systeme für Verteidigung, Regierung, Robotik und Luft- und Raumfahrt spezialisiert hat. In der offiziellen Pressemitteilung klingt das natürlich geschäftsmäßiger: Man wolle „neue Märkte erschließen“ und die „robuste Technologie“ von GoPro in anderen Bereichen nutzen. Übersetzt heißt das: Die Kameras, mit denen bisher Mountainbiker ihre Abfahrten filmten, sollen künftig in militärischen Drohnen, autonomen Fahrzeugen und Überwachungssystemen stecken.
Für GoPro-Fans ist das ein herber Schlag. Die Marke war ein Synonym für Abenteuer und Freiheit, nicht für Verteidigungsaufträge. Doch wirtschaftlich macht der Schritt durchaus Sinn: GoPro kämpfte in den vergangenen Jahren mit sinkenden Verkaufszahlen, weil Smartphones immer bessere Videos aufnehmen. Da ist ein zahlungskräftiger Kunde wie das Militär natürlich verlockend. Ob die Community das verzeiht? Eher unwahrscheinlich. Und ob künftige GoPros noch im Laden zu kaufen sind oder nur über Rüstungsaufträge laufen, bleibt abzuwarten.
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Während GoPro also neue Wege geht, trauert die Fotowelt um jemanden, der dem Fotojournalismus treu blieb: Jean-François Leroy, Gründer des renommierten Festivals „Visa pour l'Image“, ist gestorben. Seit 1989 präsentierte das Festival in Perpignan die wichtigsten Arbeiten des internationalen Fotojournalismus – von Kriegsberichterstattung bis zu sozialen Reportagen. Leroy machte das südfranzösische Perpignan zur Pilgerstätte für Fotografen und Bildredakteure weltweit.
Die französische Kulturministerin Catherine Pégard würdigte Leroy in einer Pressemitteilung als „unermüdlichen Verteidiger der Fotografie als Zeugnis unserer Zeit“. Die Fotoszene zeigt sich besorgt: Was wird aus dem Festival ohne seinen charismatischen Gründer? Visa pour l'Image war nicht nur eine Ausstellung, sondern auch ein Treffpunkt, ein Marktplatz und eine Plattform für kritische Diskussionen über die Zukunft des Fotojournalismus. Bleibt zu hoffen, dass sein Erbe weiterlebt – in Zeiten von KI-Bildern und schwindendem Interesse an klassischer Reportagefotografie ist das wichtiger denn je.
Apropos Zukunft der Fotografie: Auch bei den Stockfoto-Agenturen rumort es. Alamy, eine der größten Plattformen für Stockfotografie, hat seine Contributor-Verträge geändert – und die Fotografen sind alles andere als begeistert. Wie PetaPixel berichtet, geht es vor allem um die Nutzungsrechte und die Vergütung. Alamy räumt sich nun erweiterte Rechte ein, während die Fotografen befürchten, dass ihre Bilder für KI-Training verwendet werden könnten – ohne zusätzliche Bezahlung, versteht sich.
Die Diskussion ist nicht neu: Viele Stockfoto-Plattformen haben in den vergangenen Monaten ihre AGB angepasst, um sich rechtlich für KI-Anwendungen abzusichern. Für Fotografen ist das ein Dilemma: Entweder sie akzeptieren die neuen Bedingungen oder sie verlieren den Zugang zu einer wichtigen Einnahmequelle. Dass Alamy als vergleichsweise fotografenfreundliche Plattform galt, macht die Änderungen umso bitterer. Es bleibt abzuwarten, ob es zu einem organisierten Protest kommt – oder ob sich die Fotografen zähnekni