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Sorge bei jüdischen Organisationen und Kirchen nach AfD-Erfolg
Nach dem AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt äußern sich Kirchen und jüdische Organisationen besorgt. Holocaust-Überlebende wie Charlotte Knobloch reagieren fassungslos. In mehreren Städten gab es Demonstrationen.
Mit Sorge und Entsetzen haben Vertreter von Kirchen, jüdischen Gemeinschaften und Migrantenorganisationen auf den Erfolg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt reagiert.
Eine vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei sei in einem deutschen Bundesland nur knapp von der Alleinregierung entfernt, sagte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster. Er sei entsetzt. "Über die letzten Monate war klar ersichtlich, welche Ziele die AfD verfolgt. Wer sie heute gewählt hat - trotz oder wegen dieser Ziele - trägt die Verantwortung für dieses Ergebnis."
Die AfD-Parteichefs Weidel und Chrupalla sehen in Spitzenkandidat Siegmund den nächsten Ministerpräsidenten.
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Die frühere Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, sagte, es falle ihr schwer, ihre Heimat an Tagen wie diesen wiederzuerkennen. "Dass Rechtsextreme in Deutschland in dieser Art wieder Wahlen gewinnen, das hätte ich mir in meinen schlimmsten Albträumen nicht vorstellen können." Aus Sicht der 93-jährigen Holocaust-Überlebenden ist das Ergebnis "ein Zeichen, dass die Statik der Demokratie in unserem Land nicht mehr funktioniert - und ich sage ganz offen: Das macht mir Angst."
Von Angst sprach auch die Präsidentin des Internationalen Auschwitz Komitees, Eva Umlauf. In München erklärte die 83 Jahre alte Auschwitz-Überlebende, dass noch einmal in einem deutschen Landesparlament eine rechtsextreme Partei als stärkste Fraktion Platz nehmen wird, "hätten wir als Überlebende des Holocaust nie für möglich gehalten".
Interview
29.08.2026
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Der Dachverband der Migrantenorganisationen in Ostdeutschland warnte vor Ausgrenzung und Rassismus. Viele Menschen erlebten Unsicherheit: "Darauf braucht es konkrete politische Antworten. Gleichzeitig darf die Lösung nicht darin bestehen, gesellschaftliche Gruppen gegeneinander auszuspielen oder Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder Einwanderungsgeschichte zu stigmatisieren", erklärte der Verband in Halle. "Migration ist keine Ausnahme und kein Kulturkampf. Sie ist gesellschaftliche Realität."
AfD-Chef Tino Chrupalla hatte am Abend - offenbar in der Annahme einer AfD-Regierung - angekündigt, die Förderung für Vereine oder Nichtregierungsorganisationen (NGOs), "die nicht wertschöpfend in diesem Land arbeiten, die indoktrinierte Politik hier betreiben" solle gestrichen werden.