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Microsoft bremst alte Exchange-Server aus
Microsoft verschärft die Regeln für alte Exchange-Server: In Hybridumgebungen drohen Drosselung und blockierte E-Mails.
Microsoft verschärft ab der zweiten Septemberwoche 2026 die Vorgaben für Exchange Server 2016 und 2019 in Hybridumgebungen. Server, die über einen On-Premises-Inbound-Connector E-Mails an Exchange Online übergeben, müssen dann mindestens den öffentlichen Update-Stand vom Oktober 2025 besitzen. Andernfalls kann Microsoft den Mailverkehr drosseln oder blockieren.
Der Schritt trifft Systeme, deren regulärer Support am 14. Oktober 2025 endete. Exchange Server 2016 und 2019 erhalten dann keine frei verfügbaren Sicherheitsupdates mehr. Microsoft verweist für den weiteren Betrieb entweder auf das kostenpflichtige Programm für Extended Security Updates (ESU) oder auf die Exchange Server Subscription Edition (SE).
Ab der zweiten Septemberwoche akzeptiert Exchange Online für den betroffenen Übertragungsweg nur noch Exchange 2016 und 2019 mit dem letzten öffentlich verfügbaren Update vom Oktober 2025. Microsoft hatte die Untergrenze für akzeptierte Versionen bislang nach eigenen Angaben regelmäßig und ohne Ankündigung angehoben. Nun kündigt der Hersteller das Vorgehen ausdrücklich an.
Betroffen sind ausschließlich lokale Exchange-Server, die Nachrichten über einen eingehenden Connector des Typs „OnPremises“ an Exchange Online senden. Solche Connectoren kommen typischerweise in Hybridbereitstellungen zum Einsatz: Ein Unternehmen betreibt weiter einen lokalen Exchange-Server, während sich zumindest ein Teil der Postfächer bereits in Exchange Online befindet. Der Connector nimmt die E-Mails aus der eigenen Exchange-Organisation entgegen und übergibt sie an den Cloud-Dienst.
Nicht betroffen sind laut Microsoft andere Wege, auf denen lokale Systeme Nachrichten an Exchange Online schicken, etwa über anders konfigurierte Connectoren. Die Maßnahme gilt außerdem zunächst nicht pauschal für sämtliche Exchange-Server einer Organisation. Microsoft schließt jedoch nicht aus, den Geltungsbereich künftig auszuweiten. Die Details nennt das Exchange-Team in der Ankündigung zu Drosselung und Blockade alter Exchange-Versionen.
Die Übergangsregel dürfte nicht lange bestehen bleiben. Bei der nächsten Anhebung der Mindestversion, die Microsoft in mehreren Monaten erwartet, wird es keine neuere, öffentlich verfügbare Aktualisierung für Exchange 2016 und 2019 geben. Dann können nur noch Unternehmen den geforderten Patchstand erreichen, die am ESU-Programm teilnehmen, oder ihre Server auf Exchange SE migriert haben.
Explizit koppelt Microsoft den Mailfluss in Hybridumgebungen also stärker an den Update- und Supportstatus der lokalen Server. Exchange 2016 und 2019 lassen sich zwar weiterhin betreiben. Ohne ESU erhalten sie jedoch keine Sicherheitsupdates nach Oktober 2025. Microsoft warnt ausdrücklich davor, einen älteren Patchstand als sicher einzustufen: Jede nicht eingespielte Aktualisierung lasse die darin behobenen Schwachstellen weiter offen.
Administratoren sollten daher prüfen, welche Exchange-Server über On-Premises-Connectoren E-Mails zu Exchange Online senden und welchen Build sie einsetzen. Microsoft dokumentiert die Versions- und Buildnummern für die einzelnen Exchange-Ausgaben in einer Übersicht der Exchange-Server-Updates. Für Exchange 2019 ist ein direktes Upgrade auf Exchange SE von CU14 oder CU15 aus möglich. Exchange 2016 erfordert dagegen eine klassische Parallelmigration auf neue Exchange-SE-Server.
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