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20 Minuten mit Ace Combat 8: So überrascht hat mich noch kein achter Teil
Nach sieben Jahren Pause liefern die Jets wieder brachiale Action. Warum ein unerwarteter Munitionsengpass für puren Nervenkitzel sorgte...
Es war ein kurzer, wortloser Kontakt zwischen Ace Combat 8: Wings of Theve und mir. Aber wir zwei waren uns auch ohne großes Gerede einig, dass wir zusammengehören. Wir hatten es nur vergessen.
Der achte Hauptteil mit dem Untertitel "Wings of Theve" führt die langjährige Arcade-Flugaction von Publisher Bandai Namco fort. Das Spiel setzt erneut auf packende Luftkämpfe und erscheint am 2. Oktober.
Im Grunde war das schon vorher klar. Ich begann mit der Reihe schon auf der ersten PlayStation, startete sie damals mehr oder weniger als Wing-Commander-Ersatzdroge. Schnell wusste ich aber den Mix aus klassischer Top-Gun-Action und japanisch geprägtem Megawaffenwahnsinn auch ganz für sich selbst zu schätzen. Beim Spielen der Demo zu Ace Combat 8 auf der gamescom merkte ich vor allem, dass die sieben Jahre seit Skies Unknown eine echte Lücke gerissen hatten. Dass mich Wings of Theve darüber hinaus auch noch mit einer Sache überraschen konnte, katapultierte das Spiel endgültig auf meine Wunschliste für diesen Herbst.
So viel unmittelbar funktionierenden Spaß hatte ich schon lange nicht mehr. Nachdem ich auf die Expertensteuerung umgestellt hatte, zog ich mit meinem Kondensstreifen herzzerreißende Krickelakrack-Liebesbriefe an das Fluggefühl ans Firmament. "Ab Werk" rollen die Ace-Combat-Jets nämlich immer noch nicht, sondern bleiben jederzeit perfekt horizontal ausgerichtet, was den inneren Maverick natürlich nicht herauszukitzeln vermag.
Selbst in der vermeintlich komplexeren Steuerungsvariante steht Ace Combats berühmte Eingängigkeit auch in Wings of Theve noch weit vorn im Schaufenster. Es dauert nur wenige Momente, bis man spektakuläre Manöver fliegt, bei denen man kaum glauben kann, dass man sie überlebt hat. Trümmer und Explosionen fliegen einem wie in einem perfekt choreografierten Actionfilm um die Ohren. In der Mission ging es hauptsächlich darum, Boden- und Seeziele auszuschalten, während die gegnerische Flugabwehr und feindliche Flieger meine Rotte davon abhalten wollten.
So weit, so bekannt. Trotzdem erwischte mich das Missionsdesign auf dem falschen Fuß und tat etwas, womit ich nicht gerechnet hatte. Weil ich ohne große Einführung oder Möglichkeit zur Konfiguration meines Fliegers in den Einsatz geworfen wurde, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen, ob das auch für den Rest des Spiels so stimmt oder ob es an einem unvorteilhaft zusammengestellten Loadout lag. Aber es verging erstaunlich wenig Zeit, bis mir die Luft-Luft-Raketen ausgingen und ich gegnerischen Piloten nur noch mein Bord-MG entgegenzusetzen hatte, während ich immer noch reichlich Bodenziele auszuschalten hatte. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass mir das in einem Ace Combat schon mal passiert ist.
Mit "Skies Unknown" feierte die Reihe 2019 ein starkes Comeback. Die von Bandai Namcos Studio Project Aces entwickelte Serie steht seit der PS1-Ära für arcadelastige Dogfights und eine cineastische Inszenierung.
Lustigerweise steckte wahnsinnig viel Nervenkitzel in diesem Versuch, die Mission so leergeschossen zum Ende zu bringen. Mit komplett blutentleerten Fingerknöcheln umklammerte ich den Controller, bildete mir tatsächlich ein, dass ich es schaffen könnte – und zerschellte dann bei einem etwas zu gewagten Ausweichmanöver am Boden. Ich muss ehrlich sagen: Den Einsatz weiterzufliegen, Raketenwarnungen im Blick zu behalten und ständig zwischen Angriff auf die Ziele und Verteidigung gegen andere Flieger umzuschalten, das war eine immens spannende Zeit, an die ich in dieser Woche noch häufig denken musste.
Optisch wie technisch ist das Spiel ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Die sich auftürmenden, natürlichen Wolken, die fast fotorealistische Bodentextur und -Bebauung und buchstäblich blendende Kameraeffekte für den Mittendrin-Effekt – Ace Combat 8 wirkt wie ein Traum, der nicht früh genug in Erfüllung gehen kann.