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IFA: Ausprobiert: Ugreen HomeAgent kreuzt NAS mit Smart-Home-Hub und lokaler KI
Ugreen bringt einen Hybrid aus Netzwerkspeicher, Matter-Controller und Smart Speaker – für bis zu 20.000 Dollar. Ist das Gerät irre mächtig oder nur irre?
Nach Smartphone-Ladezubehör und Netzwerkspeicher bietet Ugreen künftig auch Smart-Home-Technik an. Genau genommen wird der Hersteller vieles davon in einem Gerät kombinieren. Der ungewöhnliche Funktionsmix hat aber auch unerhörte Listenpreise.
Die Konsolen namens Ugreen HomeAgent HA100, HomeAgent HA100 Pro und Ugreen MasterAgent MA100 sind zum einen Netzwerklaufwerke für private Dateiserver und Videorekorder für Sicherheitskameras. Zum anderen steckt darin eine Smart-Home-Schaltzentrale, die via Matter-Standard Geräte diverser Marken im Heimnetz steuert. Letzteres funktioniert außer mit der Ugreen-App auch mit einer lokalen Sprach-KI auf Basis des Qwen-LLMs, die Deutsch versteht. Im Master Agent steckt dafür die eigentlich für Robotik gedachte Prozessorplattform Nvidia Jetson Thor.
Eine so mächtige, eierlegende Wollmilchsau gab es noch nicht – und erst recht keine so teure: Zwischen 1800 und fast 20.000 US-Dollar ruft Ugreen je nach Ausstattung auf. Doch hat das hybride Produktkonzept angesichts solcher Preise überhaupt eine Chance, für die Praxis geeignet oder gar attraktiv zu sein? Wir konnten uns auf der IFA einen ersten Eindruck verschaffen.
Bei den Konsolen handelt es sich um würfelförmige Geräte, in die gut und gerne zwei übereinander gestapelte Mac Studio passen würden. Beide Varianten des einfacheren Home Agent sind in weißes, glänzendes Plastik gekleidet, der mächtigere Master Agent in blau lackiertem, mattiertem Metall.
Wie bei einem NAS üblich, gibt es ab Werk nur Prozessorhardware und RAM inklusive. Der HA100 hat einen Rockchip RK3588 und 16 GByte, der HA100 Pro einen CIX CP8180 und 32 GByte und dem Nvidia-Chip des Master Agent stehen sogar 128 GByte zur Seite.
Festplatten kauft man selbst. Unter einer Deckplatte hält der Home Agent dafür zwei, der Master Agent drei Einschübe bereit. Der Zugang ist hübsch gemacht: Die Haube ist von außen kaum zu erkennen, die Spaltmaße so schmal, dass sie zumindest im gleißenden Messelicht der IFA 2026 praktisch unsichtbar bleiben. Die Platten lassen sich einfach abheben und wieder einsetzen und wirken so solide, dass sie auch bei häufigerem Zugriff nicht verschleißen.
Die Würfel mit ihren gerundeten Kanten sind minimalistisch und schick genug designt, um im Wohnzimmer zu residieren. Einzig auf der Rückseite befindet sich sichtbar Technik – ein großer Lüftergrill und mehrere Anschlüsse, darunter eine LAN-Phalanx.
Die Front ist schlicht. Unten gibt es Buchsen für je einmal USB-C und SD-Karten. In der Mitte thront ein NFC-Feld für eine Smartphone-Kopplung. Oben gibt es einen schwarzen Stirnbalken in Form eines LED-Displays. Es zeigt nur Zeichen, wenn man es aktiviert. Dann präsentiert es Betriebszustände oder verschriftlicht Sprachfeedback.
In den Gehäusen stecken Mikros und Lautsprecher, um mit der Sprachausgabe des lokalen LLMs Qwen zu plaudern. Drahtlos kann man einen Smart Speaker von Ugreen koppeln (kostet rund 100 US-Dollar), um aus anderen Räumen mit der Technik plaudern zu können. Der Speaker hat die Kragenweite eines Amazon Echo Dots oder Google Nest Minis, ist aber in Pillenform statt als Puck oder Kugel gestaltet.