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Wahl in Sachsen-Anhalt: Historisches, Hochburgen, Ausreißer
Lange dürfte es keine Wahl mit so vielen Rekordwerten gegeben haben wie jetzt in Sachsen-Anhalt. Allein das AfD-Ergebnis und die Wahlbeteiligung sind außergewöhnlich. Historische Vergleiche und Hochburgen im Überblick.
Es ist das beste Ergebnis einer Partei in der 36-jährigen Nach-Wende-Geschichte des Landes: Die AfD hat in Sachsen-Anhalt laut vorläufigem Ergebnis 43,8 Prozent der Stimmen bekommen. Jahrzehntelang dominierte meist die CDU die Landespolitik - aber selbst sie kam höchstens auf 39 Prozent (1990), 37,3 Prozent (2002) oder 37,1 Prozent (2021).
Bislang war die AfD nur in Thüringen stärkste Partei gewesen. Der sachsen-anhaltische Landesverband hat das dortige Ergebnis von 32,8 Prozent (2024) um massive elf Prozent übertroffen.
Und noch zwei bundesweite Vergleiche: Zum letzten Mal bekam eine Partei vor immerhin elfeinhalb Jahren mehr als die gestrigen 43,8 Prozent der AfD. Im Februar 2015 erreichte die Hamburger SPD 45,6 Prozent - aber das war schon damals ein bundesweit außergewöhnliches Ergebnis.
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26.02.2025
Wie hat sich die Wahlbeteiligung entwickelt?
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Demgegenüber stehen die massiven Verluste der CDU von 19,9 Punkten. Erst einmal hat eine Partei bei einer Bundes- oder Landtagswahl so massiv verloren - ebenfalls die CDU und ebenfalls in Hamburg: 2011 gab es nach dem Aus von Schwarz-Grün ein Minus von 20,7 Punkten.
Nur in Brandenburg (12,1 Prozent / 2024) und Mecklenburg-Vorpommern (13,3 Prozent / 2021) steht die CDU momentan schlechter da als in Sachsen-Anhalt - wobei im Nordosten bei der Landtagswahl am übernächsten Wochenende laut Umfrage weitere Verluste drohen.
Jenseits der Parteienergebnisse ist noch ein Wert außergewöhnlich: die Wahlbeteiligung von 77,8 Prozent. Das ist bei Landtagswahlen der höchste Wert seit 1998 in Mecklenburg-Vorpommern (79,4 Prozent). Und selbst davor gab es nach der Wiedervereinigung nur zwei Beispiele: Berlin (80,8 Prozent / 1990) das Saarland im Jahr 1994 mit 83,5 Prozent.
Die AfD ist in Sachsen-Anhalt 38 von 41 Wahlkreisen bei den Erststimmen stärkste Kraft geworden. Ihre Landtagsfraktion wird sich deswegen bis auf einen Abgeordneten aus siegreichen Direktkandidaten zusammensetzen.