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Marktforscher: Größter Preisanstieg bei Consumer-DRAM erwartet
Laut der aktuellen TrendForce-Studie setzte die DRAM-Branche im 2. Quartal fast 155 Milliarden US-Dollar um, das sind knapp 60 Prozent mehr als drei Monate zuvor. Im 3. Quartal soll sich insbesondere Consumer-DRAM verteuern, da die Hersteller ihr Angebot stark eingeschränkt haben und immer mehr DRAM für Server produzieren.
Im Zuge der mit viel schwarzem Humor als „RAMageddon“ bezeichneten Speicherkrise haben sich die Preise für DDR5-Speicherkits im Endkundenhandel längst mehr als vervierfacht. Nach kurzer Entlastung im Frühjahr ging es im Sommer mit den Preisen wieder hinauf, wie die regelmäßigen Stichproben der Redaktion belegen.
TrendForce hat nun die neuen Umsatzzahlen der DRAM-Branche für das zweite Quartal 2026 vorgelegt und wagt eine Prognose für das dritte Quartal, die Privatkunden alles andere als positiv stimmen dürfte. Zwar erwarten die Marktforscher für herkömmlichen DRAM (kein HBM), ein vergleichsweise moderates Wachstum der Vertragspreise im Bereich von 13 bis 18 Prozent über dem Niveau vom zweiten Quartal. Doch sollen DRAM-Produkte für Verbraucher (Consumer DRAM) den stärksten Preisanstieg erfahren. Als Grund wird der Umstand angeführt, dass die Anbieter ihr Angebot für den Consumer-Markt inzwischen deutlich eingeschränkt haben.
Der Trend zeichnet sich schon jetzt im ComputerBase-Preisvergleich ab. Zur Monatsmitte wird die Redaktion die aktuelle Entwicklung wieder ausführlicher betrachten.
Im zweiten Quartal 2026 hat die DRAM-Branche laut den Statistiken von TrendForce einen Umsatz von 154,726 Milliarden US-Dollar erzielt, was ein Plus von 59,5 Prozent gegenüber dem ersten Quartal bedeutet. Die Hauptgründe für das Wachstum seien der starke Anstieg der Vertragspreise für herkömmlichen DRAM sowie der erhöhte Absatz von HBM3E, LPDDR5X und RDIMMs für KI-Server, erklären die Marktforscher.
Die Lagerbestände der Lieferanten sollen einen neuen historischen Tiefstand erreicht haben. Zusätzliche Liefermengen kämen hauptsächlich dem Server-Markt zugute.
Während Samsung letztes Jahr erstmals nach 33 Jahren zwischenzeitlich von SK Hynix beim Umsatz überholt wurde, hält sich der ewige Marktführer mittlerweile wieder an der Spitze und baut den Vorsprung jetzt massiv aus. Mit über 60 Milliarden US-Dollar liegt der Marktanteil mit 39,4 Prozent zwar nur 0,9 Prozentpunkte höher als im ersten Quartal, doch verlor der Zweitplatzierte SK Hynix trotz Wachstums deutlich an Boden und verschlechterte sich von 28,8 Prozent auf nur noch 24,9 Prozent. Somit liegt mittlerweile Micron mit nun 23,3 Prozent des globalen Umsatzes in Schlagweite.
Der chinesische Newcomer CXMT hat sich mit einer fast glatten Umsatzverdoppelung den vierten Platz gefestigt und erreicht jetzt 9,5 Prozent des Marktes. Es folgen Nanya, Winbond und PSMC. Letzteres Unternehmen bringt mit 167,8 Prozent das stärkste Wachstum ein, spielt mit nur 0,07 Prozent Marktanteil aber weiter eine sehr kleine Rolle.