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Cloud-Kapazitäten: AWS kauft bei Qualcomm für 60 Mrd. US-Dollar ein
Nach Microsoft Azure und Meta konnte Qualcomm nun AWS als Großkunden an Land ziehen. Der Vertrag umfasst mehrere Generationen neuer Chips. Gemäß Pflichtmitteilung an die Börse hat das Paket im besten Fall einen Gesamtwert von 60 Milliarden US-Dollar über zehn Jahre. Amazon bekommt dafür auch noch Qualcomm-Anteile.
AWS kauft also nicht nur Chips und Technik für optische Verbindungen bei Qualcomm ein, sondern erhält auch noch 25 Millionen Aktien für insgesamt rund 4 Milliarden US-Dollar. Für Qualcomm ist der Schritt dennoch ein großer: Mit voller Kraft wollen sie nun in einen jahrelang nicht beachteten Markt einsteigen. Das funktioniert als erster Schritt am besten bei Großkunden aus dem Cloud-Geschäft, die durch ihr extrem breites Portfolio letztlich nahezu jede CPU und GPU in irgendeiner Form anbieten. Der Erfolg ist damit nicht garantiert, aber es ist der erste Fuß in der Tür.
Qualcomms sehr später Einstieg in das Datacenter-Geschäft kann am Ende davon profitieren, dass die gesamte Branche aktuell quasi jeden funktionierenden Chip kauft. Vor einigen Jahren, als Qualcomm das Datacenter-Geschäft abgewickelt hatte, sah das Unternehmen in einem ganz anderen Marktumfeld nicht so gut aus. Auch heute spricht Qualcomm erst einmal nicht von überlegener Leistung, sondern von Effizienz und TCO. Diese Schlagworte werden wichtiger, wenngleich die Kundschaft auch stets das allerbeste und schnellste kaufen will.
Im Sommer hatte das Unternehmen seinen Qualcomm Dragonfly C1000 als ersten neuen Serverprozessor mit über 250 Kernen enthüllt. Technisch tiefergehende Details gibt es noch nicht, ab dem kommenden Jahr sollen die ersten Chips verfügbar werden. Die neue Sparte soll dabei auch wegbrechende Einnahmen beispielsweise aus dem Smartphone- und Modemgeschäft nicht nur abfangen, sondern weit darüber hinaus wachsen.
Insgesamt sollen im kommenden Jahr bereits 5 Milliarden US-Dollar in dem Bereich umgesetzt werden. Dazu zählen aber auch viele zusätzliche Netzwerkprodukte, die ebenfalls von AWS eingekauft werden. So richtig los soll es dann ab 2029 gehen: Hier plant Qualcomm bisher einen jährlichen Umsatz von 15 Milliarden US-Dollar mit Datacenter-Lösungen, verteilt über Custom-Lösungen, KI-Beschleuniger, Konnektivität und letztlich CPUs.