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Chrome 153: Google wechselt zu Zweiwochen-Update-Zyklus
Google stellt Chrome auf einen Zweiwochen-Rhythmus um. Version 153 behebt 230 Sicherheitslücken, darunter eine aktiv ausgenutzte.
Mit Chrome 153 hat Google den angekündigten Zweiwochen-Rhythmus für neue Hauptversionen live geschaltet. Die stabile Version wird für Windows, macOS und Linux verteilt; die Android-Version folgt über Google Play. Chrome 153 behebt zudem 230 Sicherheitslücken, darunter eine Schwachstelle in der JavaScript-Engine V8, für die Google bereits einen Exploit beobachtet hat. Nutzer sollten das Update daher zeitnah installieren.
Bislang veröffentlichte Google seit 2021 im Regelfall alle vier Wochen eine neue Chrome-Hauptversion. Ab Version 153 erscheinen Stable- und Beta-Ausgaben nun alle zwei Wochen für Desktop, Android und iOS. Wöchentliche Sicherheitsupdates bleiben bestehen. Google hatte die Umstellung bereits im März angekündigt.
Die neue stabile Version trägt unter Linux die Nummer 153.0.8010.36, unter Windows und macOS 153.0.8010.36 beziehungsweise 153.0.8010.37. Google verteilt sie schrittweise in den kommenden Tagen und Wochen. Unter Android soll das Update in den nächsten Tagen im Play Store eintreffen.
Besonders dringlich ist CVE-2026-87491 (von Google als „Medium“ eingestuft): Die Lücke ist ein Out-of-bounds-write in V8, also in Chromes JavaScript- und WebAssembly-Engine. Präparierte Webseiten können den Fehler auslösen; Google ist nach eigener Angabe ein Exploit bekannt. Neben dieser aktiv ausgenutzten Lücke behebt Chrome 153 fünf als kritisch eingestufte Schwachstellen, vier davon in WebGL und eine in der Cast-Komponente. Die vollständige Sicherheitsmeldung von Google nennt außerdem mehrere Fehler mit hohem Risiko, etwa in ANGLE, PDFium und Codec-Komponenten.
Nutzer können die installierte Version über das Drei-Punkte-Menü und „Hilfe/Über Google Chrome“ prüfen. Nach dem Download ist meist ein Neustart des Browsers nötig. Automatische Updates erreichen nicht alle Installationen gleichzeitig; insbesondere bei mobilen Geräten können App-Store-Freigaben die Verteilung verzögern.
Für Endanwender bringt Chrome 153 vor allem Änderungen, die Websites künftig nutzen können. Neu sind die HTML-Elemente und . Sie erlauben Webanwendungen, gezielt nur Zugriff auf Kamera oder Mikrofon anzufordern. Bislang setzten Entwickler dafür meist die allgemeine Media-Capture-API ein, die mehrere Medienquellen zugleich ansprechen kann.
Die neuen Elemente zeigen eine vom Browser gesteuerte Oberfläche und lösen die Berechtigungsabfrage erst nach einem bewussten Klick aus. Das soll klarer machen, wann eine Website auf Kamera oder Mikrofon zugreifen will. Die Funktion verändert jedoch nicht rückwirkend die Berechtigungen bereits installierter Webanwendungen oder bekannter Websites.
Weitere Neuerungen richten sich überwiegend an Webentwickler. Dazu zählen CSS-Erweiterungen für einachsige Scroll-Container sowie neue JavaScript-Methoden zum parallelen Durchlaufen mehrerer Datenreihen. Eine Webanwendung kann damit etwa horizontal durch eine Tabelle scrollen, ohne zugleich einen vertikalen Scrollbereich zu erzeugen. Für Browsernutzer werden solche Änderungen erst sichtbar, wenn Websites sie einsetzen.
Google will mit dem Zweiwochen-Zyklus Funktionen, Leistungsverbesserungen und Fehlerkorrekturen schneller ausliefern. Die einzelnen Hauptversionen sollen dafür weniger Änderungen bündeln. Das soll Regressionen leichter eingrenzen und die Zeit zwischen einem in den Quellcode übernommenen Fix und dessen Auslieferung verkürzen. Zum Start des neuen Zyklus verweist Google dabei auch auf die wachsende Zahl automatisch und durch Sicherheitsforscher gemeldeter Fehler.