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Laura Wontorra: Moderatorin gewinnt Deutschen Fernsehpreis
Der frühere Gesundheitsminister Karl Lauterbach und Laura Wontorra bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises: »Also wenn sich hier einer mit Verrätern auskennt«
Moderatorin Laura Wontorra hat den Deutschen Fernsehpreis gewonnen – und diesen mit einem Appell an junge Frauen verbunden. »An alle jungen Mädels da draußen: Ihr seid nicht zu laut, nicht zu leise, nicht zu klein, nicht zu groß, nicht zu dick, nicht zu dünn«, sagte die 37-jährige Wontorra in Köln mit der Trophäe in der Hand. »Glaubt an euch, setzt euch durch und macht einfach euer Ding. Dann geht’s auch mit den Träumen, und dann kann man nach den Sternen greifen.«
Wontorra wurde in der Kategorie »Beste Moderation / Einzelleistung Unterhaltung« ausgezeichnet – für ihre souveräne und charmante Präsentation des Showklassikers »Deutschland sucht den Superstar«. Sie setzte sich gegen die Tänzer der RTL-Tanzshow »Let’s Dance« sowie Moderator Pierre M. Krause durch, der für sein Format »Kurzstrecke mit Pierre M. Krause« nominiert war.
Die Verkündung der Preisträgerin übernahmen im Studio Schauspielerin Annette Frier sowie der ehemalige Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach – überraschenderweise in Kutten gekleidet. Die beiden erinnerten damit wiederum an eine andere RTL-Show, »Die Verräter«, in der eine derartige Kluft zur Standardausstattung gehört. Lauterbach witzelte: »Also wenn sich hier einer mit Verrätern auskennt, das sind natürlich wir – die Politiker.«
Preise gab es in 27 Kategorien aus den Bereichen Fiktion, Unterhaltung, Information und Sport. Neben Wontorra wurde etwa Markus Lanz in der Kategorie »Beste Information« ausgezeichnet. In seiner Rede sagte er, dass er im Moment viele Menschen erlebe, die Angst hätten. Ihnen wolle er sagen: »Fürchtet euch nicht! Das, was jetzt gerade kaputtgeht, bauen wir irgendwann ganz lässig wieder auf.«
Als beste Comedy-Serie wurde »Chabos« auf ZDF neo prämiert. Für die Berichterstattung über die Fußball-WM erhielt das Team von MagentaTV um Johannes B. Kerner eine Auszeichnung. Als beste Drama-Serie bekam die ARD-Reihe »Hundertdreizehn« einen Fernsehpreis. Ebenfalls von der ARD produziert wurde die in der Kategorie »Beste Unterhaltung Reality« ausgezeichnete Spielshow »Werwölfe – Das Spiel von List und Täuschung«.
Für die Netflix-Reihe »Achtsam Morden« erhielt Tom Schilling den Preis als bester Schauspieler.
Als beste Unterhaltungsshow wurde das RTL-Format »Wer weiß wie wann was war« von Stefan Raab ausgezeichnet.
Der Deutsche Fernsehpreis wird seit dem Jahr 1999 verliehen und würdigt hervorragende Leistungen im TV und Streaming. Getragen wird er von ARD, RTL, Sat.1, ZDF und der Deutschen Telekom. Die Streaming-Anbieter Disney+, Netflix und Prime Video wirken als Partner mit. Die Federführung wechselt Jahr für Jahr. In diesem Jahr hat sie RTL übernommen.
Karl Lauterbachs Outfit spielt auf ein RTL-Format an, bei dem Promis in ein Schloss ziehen und unter sich die drei Verräter ausmachen sollen. Die Kandidaten in der neuen »Verräter«-Staffel vergessen allerdings zu oft, was gestern noch verdächtig war, findet SPIEGEL-Autorin Anja Rüzel. Ihre Rezension des Formats lesen Sie hier.