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Deutsche EUDI-Wallet heißt jetzt „D-You“
Die digitale europäische Brieftasche, die EUDI-Wallet, soll in der offiziellen deutschen Version künftig „D-You“ heißen. Der Start ist für Januar geplant.
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In weniger als vier Monaten sollen die Deutschen ihre Daten und Nachweise in einer digitalen Brieftasche auf ihrem Mobiltelefon hinterlegen können. Bei einer Veranstaltung im Digitalministerium in Berlin gab Minister Karsten Wildberger (CDU) nun den neuen Namen für das Vorhaben bekannt: D-You soll das Projekt nun heißen.
Es sei für das Projekt sehr, sehr wichtig, so Wildberger, dass die Bürger die Kontrolle hätten. Und dafür sei die Transparenz darüber, wer wann welche Daten abrufen würde, besonders wichtig.
Für den Start der Wallet, aber auch im Anschluss, hofft der Minister auf „zahlreiche Use Cases“. Die sollen zum einen von staatlichen Stellen kommen – denn ein Teil des Nutzens der Wallet soll unter anderem dadurch zustande kommen, dass digitale Nachweise der öffentlichen Hand in der Wallet hinterlegt werden können. Das können vom Angelschein über den Führerschein bis zur Waffenbesitzkarte und zum Schulzeugnis verschiedene Dokumente sein. Allerdings sind für unterschiedliche Nachweise auch jeweils unterschiedliche Verwaltungsentitäten zuständig, die wenigsten davon kommen vom Bund. Und selbst dort gibt es bei einigen Ministerien keinerlei Hektik, die dort verwalteten Nachweise in die Wallet zu bringen. Derzeit fehlen einerseits auf europäischer Ebene noch technische Spezifikationen, andererseits auf nationaler Ebene konkrete Umsetzungsschritte. Die Verzögerungen im Betriebsablauf werden inzwischen als „Phasen“ bezeichnet.
Als gesetzt gilt immerhin die digitale Repräsentation des Ausweises in der EUDI-Wallet. Damit Bürgerinnen und Bürger, die ihre PIN für die elektronische Identifizierung vergessen haben, die für die Initialisierung der Daten auf der Wallet aber benötigt wird, eine Chance haben, soll der aus Kostengründen eingestampfte PIN-Rücksetzdienst ab Oktober wieder eingeführt werden, kündigte Minister Wildberger heute in Berlin an. Das genaue Datum stehe jedoch noch nicht fest.
Der Minister hofft zudem auf ein reges Engagement der Privatwirtschaft – etwa der Wohnungswirtschaft, die etwa das Problem habe, dass hinter Wohnungsbewerbungen online heute regelmäßig Bots stecken würden. Hier schwebt dem Minister der Nachweis der Menscheneigenschaft und ihrer Identität mittels EUDI-Wallet vor. Derartige Probleme würden in Zukunft zunehmen.
Insgesamt sei die Wallet vor allem ein Prozess auf dem Weg in ein lebendiges Ökosystem, schildert Wildberger seine Sicht auf das Projekt. Genau das aber brauche auch Zeit, um sich zu entwickeln.
Für Wildberger ein gutes Zeichen: Insgesamt 40 Projektpartner waren heute ins Ministerium gekommen, um über angedachte Use Cases zu sprechen. Die Teilnehmer reichten dabei von der Bundesagentur für Arbeit und der Deutschen Post bis zum Hamburger Verkehrsverbund, Vodafone und der Stadt Dresden. Für Bürgerinnen und Bürger soll es einen alltagsrelevanten Mehrwert bieten, sich beispielsweise an Paketabholstationen künftig per EUDI-Wallet statt anderer Methode auszuweisen. In regulierten Branchen wie bei Telekommunikationsverträgen oder Bankdienstleistungen kann die EUDI-Wallet ebenfalls eine Rolle spielen. Vorerst erfüllt sie dort allerdings die Anforderungen etwa an starke Authentifizierungsmechanismen nicht, was ihre Anwendung einschränkt.
Vor wenigen Tagen hatte das nun D-You getaufte Projekt Teile des Quellcodes des staatlichen EUDI-Wallet-Projekts online gestellt. Eine Bug Bounty soll in den kommenden Tagen starten und zur Sicherheit des Vorhabens beitragen. Kritiker sehen den bisherigen Zeitplan des Vorhabens als unrealistisch an und warnen vor einem Go-Live ohne adäquate Prüfungen.