// STADT-BREMERHAVEN — MOBILE & WEB
Schufa: Streit um historische Daten landet vor Gericht
von Carsten Knobloch
10. Sep. 2026 |
6
Der Streit zwischen der Schufa und der europäischen Datenschutzorganisation NOYB um die Speicherung historischer Daten geht in die nächste Runde und landet nun vor Gericht. Die Wirtschaftsauskunftei hat die erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen und die von NOYB gesetzte Frist für eine Unterlassungserklärung verstreichen lassen.
Die Reaktion der Wiener Organisation um Max Schrems folgte prompt: Man werde nun eine Unterlassungsklage einreichen. Zudem können sich Betroffene weiterhin für eine mögliche Sammelklage registrieren. NOYB wirft der Auskunftei vor, sich über europäisches Recht hinwegzusetzen.
Auslöser des Konflikts waren Berichte von NDR und Süddeutscher Zeitung aus dem Sommer. Demnach speichert die Schufa Informationen über längst beglichene Schulden, alte Kredite oder erledigte Privatinsolvenzen bis zu zehn Jahre lang. Laut Datenschützern widerspricht das den eigentlichen Löschfristen.
Die Schufa bestreitet den Vorwurf einer Schattendatenbank und spricht stattdessen von einem legitimen Datenarchiv. Man benötige die Daten unter anderem, um Bonitätsscores wissenschaftlich zu berechnen und gesetzliche Vorgaben zu erfüllen. Die Auskunftei betonte bereits, ihre Praxis notfalls bis vor den Bundesgerichtshof zu verteidigen.
Hinweis: Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Kauft ihr darüber ein, erhalten wir eine kleine Provision - ohne Aufpreis für euch und ohne Einfluss auf unsere redaktionelle Meinung.