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Gefahr durch Russland: Was macht Europa gegen hybride Bedrohungen?
Sabotage, Drohungen, Drohnen-Vorfälle: Wegen der wachsenden Gefahr durch hybride Angriffe rücken die europäischen Partner zusammen und versuchen, Härte zu zeigen. Kritiker vermissen jedoch ein gesamteuropäisches Konzept.
Mitte August fliegt ein US-geführter NATO-Verband ein großes, unangekündigtes Luftmanöver nahe der russischen Enklave Kaliningrad. Neben Kampfjets und AWACS-Aufklärern übt hier auch ein US-Spezialflugzeug für elektronische Kampfführung. Das Flugzeug kann Radar und Funksignale empfindlich stören.
Offiziell ist das Manöver nur Routine, doch das Signal ist klar: bis hierhin und nicht weiter. Denn das Manöver kommt zu einer Zeit, in der sich Europa bedroht fühlt wie lange nicht mehr.
Interview
30.08.2026
Die Nachrichtendienste sollten deutlich machen, wie ernst die Lage sei, sagt Militärhistoriker Neitzel.
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Der versuchte Drohnen-Anschlag am Flughafen von Leipzig/Halle gilt vielen in Europa als Weckruf, der die Partner auch politisch zusammenrücken lässt. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nennt den Vorfall "eine neue Eskalation auf europäischem Boden", der Teil eines wachsenden Musters zunehmend gefährlicher Vorfälle sei.
Denn über Europa zog in den vergangenen Wochen eine ganze Welle mutmaßlicher Sabotageakte gegen Unterstützer der Ukraine: Ende August brennt es im Werk des polnischen Drohnenherstellers WB Electronics. Ministerpräsident Donald Tusk spricht von gezielter Sabotage, die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Terrorismus.
Wenige Tage zuvor nimmt die slowakische Polizei drei mutmaßliche Brandstifter fest, die eine ukrainisch geführte Drohnenfabrik ins Visier genommen haben sollen. Auch aus Dänemark kommt eine ungewöhnlich deutliche Warnung: Der Inlandsgeheimdienst PET erklärt Anfang September, Russland bereite aktiv Sabotageakte gegen die dänische Verteidigungsindustrie vor.
Europas Antwort erfolgt derzeit auf zwei Ebenen: militärisch abwehren und politisch Druck ausüben. Als Reaktion auf frühere Drohnen-Attacken ergriff die EU bereits vergangenes Jahr Maßnahmen, um ihre kritische Infrastruktur zu schützen. Mit dem sogenannten Drohnenwall, einem vernetzten System aus Sensoren und Abwehrmitteln, soll bis Ende 2026 ein flächendeckendes Überwachungsnetz geschaffen werden, das 2027 voll einsatzfähig sein soll.
Die EU-Außenminister wollen darüber hinaus politisch Druck auf Russland ausüben. Für Mitte Oktober ist ein neues Sanktionspaket geplant, das rund 1.600 weitere Personen und Organisationen umfasst. Getroffen werden soll vor allem der militärisch-industrielle Komplex Russlands.