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Krise bei KI-Sicherheit: OpenAI verschiebt den Billion-Dollar-Börsengang
Eigentlich sollte OpenAIs Billion-Dollar-Börsengang in diesem Jahr stattfinden. Das Unternehmen forcierte einen Wettlauf mit Anthropic um Investorengelder. Nun ist der Zeitplan erst einmal vom Tisch, erklärte OpenAI-Chef im Interview mit Fortune. Die aktuelle Krise bei der KI-Sicherheit hat Konsequenzen.
Konkret sagte Altman: „Ich denke, angesichts von dem, was gerade im Bereich Sicherheit passiert, wäre aktuell ein denkbar schlechter Moment, um an die Börse zu gehen.“ Man verspüre auch keinen Druck, den Schritt zu vollziehen.
2026 ist den Aussagen von Altman zufolge damit vom Tisch. Nächstes Jahr steht aber noch im Raum. Ob es 2027 klappt, hänge aber auch damit zusammen, ob OpenAI die aktuellen Aufgaben löse. Dazu zählen laut Altman insbesondere die Bereiche Sicherheit, Alignment und wie die Industrie mit der Regierung kooperiert. Im Kern nennt er damit Punkte, die auch Amodei in seinem Essay beschrieb.
Bereits im August verkündete OpenAIs Finanzchefin Sarah Friar, ein Börsengang würde 2027 oder früher stattfinden, berichtet CNBC. Es zeichnete sich also ab, nun existiert Klarheit. Laut Friar ist die Verschiebung nicht kritisch. OpenAI hat bei der Finanzrunde Anfang 2026 insgesamt 122 Milliarden US-Dollar eingenommen. Diese Gelder verschaffen Flexibilität.
Beim Börsengang zielt OpenAI auf eine Bewertung von weit über 1 Billion US‑Dollar. Die Summen, die das Unternehmen dabei erhält, sind nötig, um die kostspieligen Investitionen in die Infrastruktur zu finanzieren.
Dass aktuelle Top-Modelle verstärkt zu Betrugsversuchen neigen – also Alignment-Probleme haben –, ist eine der Erkenntnisse aus der Aufarbeitung der Hugging-Face-Hacks. Ebenso zeigten die Analysen, dass die Modelle bei den Testläufen nicht ausreichend überwacht worden sind. Bei diesem Monitoring wollen nun sowohl OpenAI als auch Anthropic nachrüsten.
In der letzten Woche wurden erneut Untergangsszenarien diskutiert. Aus Anthropic-Kreisen hieß es, es bestehe eine Chance von über 10 Prozent, dass KI-Systeme bis Ende des Jahrzehnts die Menschheit auslöschen könnten. Solche Risiken einzugehen, hält Altman für „nicht akzeptabel“. Er wisse ohnehin nicht, wie man auf solche Zahlen komme.
Er bezeichnet es zudem als unverantwortlich, dass Unternehmen überhaupt solche Risiken eingehen. Wichtig sei nun ein angepasstes Vorgehen. Modelle erreichten ein neues Leistungsniveau, daher müssten Kontrollmechanismen angepasst werden, bis angemessene Sicherheitsstandards erreicht werden.
Eine Folge sei bereits, dass OpenAI das Modelltraining in manchen Bereichen zeitweise pausiert hat. Ebenso spricht sich Altman wie Anthropic-Chef Amodei dafür aus, das Entwicklungstempo zu drosseln, bis man neue Schutzmechanismen etabliert hat.